Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg hält die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Manuel Neuer für die WM wieder zur Nummer eins im deutschen Tor zu machen, für riskant. In seiner Kolumne für „t-online“ verwies er vor allem auf den körperlichen Zustand des inzwischen 40 Jahre alten Keepers. Dass Neuer in der vergangenen Saison nur in 37 von 54 Pflichtspielen zum Einsatz kam, sei aus seiner Sicht kein Zufall. Zuletzt musste der Bayern-Torhüter im letzten Saisonspiel wegen Wadenproblemen ausgewechselt werden.
Effenberg sieht vor allem die Gefahr, dass Neuer schon in der Vorbereitung auf das Turnier ausfallen könnte. Für Nagelsmann könnte sich die Personalentscheidung dann als problematisch erweisen, weil der Bundestrainer offenbar fest mit Neuer als zentraler Figur für die WM plant.
Auch sportlich äußerte der frühere Profi Zweifel. Zwar gehöre Neuer an guten Tagen weiterhin zu den besten Torhütern der Welt, dennoch seien in seinem Spiel inzwischen immer häufiger kleinere und größere Unsicherheiten zu erkennen.
Matthäus verteidigt die Neuer-Rückkehr deutlich
Anders bewertet Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus die Torwartentscheidung. Bei „Bild Live“ sprach er von einem großen Gewinn für die deutsche Nationalmannschaft. Neuer bringe nicht nur Qualität und Erfahrung mit, sondern auch eine starke Persönlichkeit. Zudem verwies Matthäus auf die Leistungen des Torhüters in den vergangenen Monaten und meinte, man hätte sich international lächerlich gemacht, wenn ein Keeper wie Neuer nicht mit zur WM genommen worden wäre.
Sepp Maier kritisiert den Ablauf
Auch Ex-Bayern-Keeper Sepp Maier sieht in Neuer weiterhin den besten deutschen Torhüter. Kritik übte er allerdings am Umgang mit der Entscheidung. Wenn Nagelsmann am Ende ohnehin wieder auf Neuer setze, hätte man die Personalie aus Maiers Sicht nicht über Wochen offenlassen müssen. Ein solches Hin und Her bleibe innerhalb der Mannschaft nicht unbemerkt.
Baumann reist als Nummer zwei mit
Nagelsmann hatte bei der Vorstellung seines WM-Kaders offiziell bestätigt, was sich zuvor bereits angedeutet hatte: Der nach der EM 2024 zurückgetretene Neuer kehrt für die Weltmeisterschaft im Sommer zurück und fährt als deutsche Nummer eins zum Turnier.
Damit muss Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim seinen Platz zwischen den Pfosten wieder abgeben. Zuvor hatte Neuer mehrfach betont, seine Rücktrittsentscheidung sei endgültig, während Nagelsmann zuletzt auf Baumann gesetzt hatte. Der Hoffenheimer will dennoch mit zur WM reisen und die Rolle als Ersatzkeeper annehmen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion