Bayern

Hammerangriff auf Schüler: So hart ist die Strafe

Hammer-Attacke an Bayerns Schule: Ermittler sahen rassistischen Mordversuch – doch das Gericht kommt jetzt zu einem anderen Schluss.

17.06.2026, 14:36 Uhr

Vier Jahre Jugendstrafe nach Hammerattacke auf zwei Schüler in Bayern

Ein 15-Jähriger ist nach einem Angriff mit einem Hammer auf zwei Mitschüler in Bayern zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers sah das Landgericht Augsburg es als erwiesen an, dass der Jugendliche die beiden Schüler auf dem Pausenhof einer Schule in Friedberg verletzt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb einer Woche können die Verfahrensbeteiligten Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Gericht sieht weder Mordversuch noch rassistisches Hauptmotiv als bewiesen an

Die Generalstaatsanwaltschaft München hatte den Jugendlichen unter anderem wegen versuchten Mordes mit rassistischem Hintergrund angeklagt. Dieser Einschätzung folgte das Gericht jedoch nicht. Nach Darstellung des Sprechers hätte der Angeklagte die Möglichkeit gehabt, weiter anzugreifen, habe dies aber unterlassen. Juristisch wertete das Gericht dies als Rücktritt vom versuchten Mord. Verurteilt wurde der 15-Jährige daher wegen gefährlicher Körperverletzung.

Nach Auffassung des Gerichts wählte der Jugendliche eines der Opfer gezielt aus, auch wegen eines früheren beleidigenden Vorfalls. Deshalb sei die Kammer zu dem Ergebnis gekommen, dass rassistische Einstellungen zumindest nicht das zentrale Motiv der Tat gewesen seien. Strafmildernd berücksichtigte das Gericht außerdem, dass der Angeklagte die Tat zu Beginn des Prozesses eingeräumt und Reue gezeigt hatte.

Angriff auf dem Schulgelände in Friedberg

Nach den Feststellungen soll der Jugendliche am Morgen des 2. Oktober 2025 das Gelände der Mittelschule in Friedberg bei Augsburg betreten haben. Dabei habe er einen uniformähnlichen Anzug und einen Helm mit militärischem Erscheinungsbild getragen. Zudem soll er zwei erlaubnisfreie Softair-Pistolen bei sich gehabt haben.

Auf dem Pausenhof soll er dann einen aus dem Irak stammenden Schüler sowie einen Jugendlichen mit Wurzeln im Kosovo mit dem Hammer attackiert haben. Dabei schlug er laut Gericht einem Opfer auf den Kopf und dem anderen gegen den Körper.

Opfer als Nebenkläger im Prozess

Der 15-Jährige, der früher selbst Schüler der Mittelschule war, wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die beiden Opfer, die heute ebenfalls 15 Jahre alt sind, erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen und traten im Verfahren als Nebenkläger auf.

Sowohl sie als auch die Generalstaatsanwaltschaft hatten eine Jugendstrafe von sechs Jahren gefordert, unter anderem wegen versuchten Mordes. Die Verteidigung hatte dagegen eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von bis zu zwei Jahren beantragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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