Bayern

Flammen-Drama in den Chiemgauer Alpen

Flammen am Gipfel, Helfer kommen kaum hin: Wie Feuerwehr und Hubschrauber jetzt gegen den Waldbrand kämpfen

30.07.2026, 12:26 Uhr

Waldbrand in den Chiemgauer Alpen: Großeinsatz nahe Unterwössen

Ein Feuer in einem Bergwald der Chiemgauer Alpen hält seit Mittwochabend Hunderte Einsatzkräfte in Atem. Im schwer zugänglichen Gipfelbereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen im Landkreis Traunstein brennt Vegetation. Mehr als 200 Helfer bekämpfen die Flammen mit Hubschraubern, langen Schlauchleitungen und Sprinkleranlagen.

Wegen des starken Rauchs wurde die Bevölkerung am Donnerstagmorgen gewarnt. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein sollen Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten und den Bereich rund um den Einsatzort meiden. Zudem ist die Bundesstraße 305 wegen der Löscharbeiten in beide Richtungen gesperrt – sowohl nach Reit im Winkl als auch nach Marquartstein.

Größe des Brandes weiter ungewiss

Schon bei der Alarmierung am Mittwochabend war im Gipfelbereich auf rund 1.000 Metern Höhe eine markante Rauchsäule zu sehen. Wie groß das Feuer tatsächlich ist, blieb aber auch am Donnerstagmittag noch offen. Die Brandbekämpfung in einem Bergwald sei besonders kompliziert, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Anders als auf einer ebenen Fläche lasse sich die Ausdehnung in steilem Gelände nur schwer einschätzen.

Um ein genaueres Bild zu bekommen, kommen Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz. Sie sollen systematisch erfassen, an wie vielen Stellen sich noch Hitzequellen befinden. Allerdings müssen diese Flüge eng mit den Löschhubschraubern abgestimmt werden. Zur Ursache des Brandes gab es zunächst keine gesicherten Erkenntnisse. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.

Brand im Bergwald in den Chiemgauer Alpen
Die Feuerwehr versucht den Brand auch mit Löschhubschraubern zu bekämpfen. Quelle: Uwe Lein/dpa

Erinnerungen an früheren Großbrand

Nach Einschätzung der Feuerwehr ähneln die Bedingungen jenen beim Brand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding im Mai. Damals hatte sich das Feuer stark ausgebreitet und war nur mit großem Aufwand unter Kontrolle zu bringen. Erst nach einem Monat galt der Einsatz als beendet.

Auch an der Hochwand breitete sich der Brand in der ersten Nacht talwärts aus. Deshalb begannen die Einsatzkräfte bereits am Abend damit, lange Schlauchstrecken zu verlegen und in regelmäßigen Abständen Kreisregner aufzubauen. Diese funktionieren ähnlich wie große Gartensprinkler und bewässern angrenzende Flächen, damit sich die Flammen nicht weiter ausdehnen.

Löschwasser per Pendelverkehr und aus der Luft

Zur Versorgung mit Wasser wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen organisiert. Außerdem waren am Mittwochabend und auch am Donnerstag drei Löschhubschrauber im Einsatz. Da sich in unmittelbarer Nähe kein größerer See oder anderes geeignetes Gewässer befindet, werden die Behälter der Hubschrauber im Tal per Schlauch innerhalb kurzer Zeit befüllt, während die Maschinen über einem Feld schweben.

Direkt bis zum eigentlichen Brandherd gelangen Fahrzeuge nicht. Deshalb war eine unmittelbare Brandbekämpfung im Gipfelbereich mit Kräften am Boden zunächst nicht möglich. Beteiligt sind derzeit rund 200 Mitglieder von Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst und Polizei.

Anwohner zeigen sich betroffen, aber zuversichtlich

In der Bevölkerung sorgt der Brand für Beunruhigung. Eine Anwohnerin sprach von einem schockierenden Ereignis, mit dem man nicht rechne. Gleichzeitig zeigte sie sich überzeugt vom Einsatz der Helfer vor Ort. Deren Arbeit vermittle ihr das Gefühl, dass die Lage mit großem Engagement und Professionalität bewältigt werde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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