Bayern

RKI-Schock: Über 1.000 Hitzetote in Bayern

Schon jetzt mehr Hitzetote als im ganzen Vorjahr – doch Bayern kommt noch glimpflicher davon als viele andere Bundesländer.

30.07.2026, 11:37 Uhr

In Bayern sind nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr bereits etwa 1.050 Menschen infolge der Hitze gestorben. Damit liegt der Wert schon jetzt deutlich über dem Vorjahresniveau: 2025 wurden im gesamten Jahr 490 hitzebedingte Todesfälle registriert. Auch in den neun Jahren zuvor lagen die Zahlen jeweils niedriger. Besonders gefährdet sind vor allem ältere Menschen. Das RKI weist jedoch darauf hin, dass die Schätzung mit einer erheblichen Unsicherheit verbunden ist.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt Bayern dennoch weniger stark ins Gewicht. Für Baden-Württemberg nennt das RKI trotz geringerer Einwohnerzahl rund 1.870 Fälle, für Hessen etwa 1.350 und für Nordrhein-Westfalen sogar 2.270.

Rechnet man die Zahl der geschätzten Hitzetoten auf 100.000 Einwohner um, kommt Bayern auf einen Wert von 7,9 und liegt damit im unteren Mittelfeld. Besonders hoch ist die Quote im Saarland mit 33, während Schleswig-Holstein mit 2,4 den niedrigsten Wert aufweist.

Häufig spielen Vorerkrankungen eine Rolle

Deutschlandweit schätzt das RKI die Zahl der hitzebedingten Todesfälle bislang auf rund 9.800. Dazu gehören Fälle, in denen hohe Temperaturen direkt tödlich wirkten, etwa durch einen Hitzeschlag. Meist sei jedoch nicht die Hitze allein ausschlaggebend, sondern das Zusammenspiel mit bestehenden Erkrankungen. Auf Totenscheinen werde Hitze deshalb oft nicht als eigentliche Todesursache aufgeführt. Das RKI stützt sich daher auf statistische Berechnungen.

In der letzten Juniwoche hatte Deutschland eine besonders starke und lang anhaltende Hitzewelle erlebt, regional mit Temperaturen von über 40 Grad. Mehrere Rekorde wurden dabei gebrochen. In Bayern war der Juni nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitwärmste seit Beginn der Messungen. Im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt wurde mit 41,8 Grad sogar ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen.

Seit Mitte der Woche rollt bereits die nächste Hitzewelle über Deutschland. Da der Sommer noch andauert, könnte die Zahl der Todesfälle durch hohe Temperaturen im weiteren Verlauf des Jahres noch deutlich zunehmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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