David Dietl sieht München unter neuem OB im Wandel
Regisseur David Dietl schaut zuversichtlich auf die Entwicklung Münchens unter dem neuen Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Im Gespräch mit der dpa zum Kinostart seiner Komödie Ein Münchner im Himmel sagte der 46-Jährige, die Stadt habe deutlich gemacht, dass sie bereit für einen Neuanfang sei und keine Lust auf ein bloßes "Weiter so" habe. Diese Aufbruchsstimmung passe München gut, findet Dietl. Zugleich lobte er, dass sich die Stadt stärker öffne, internationaler werde und dennoch ihre traditionellen Seiten bewahre.
Warum man München auch mal verlassen sollte
Mit seinem neuen Film setzt Dietl der bayerischen Landeshauptstadt ein filmisches Denkmal. Damit knüpft er auch an das Werk seines 2015 gestorbenen Vaters Helmut Dietl an, der mit Serien wie Kir Royal und Monaco Franze – Der ewige Stenz Kultstatus erreichte. Für David Dietl steht fest: Der Himmel müsse schon einiges zu bieten haben, um reizvoller zu sein als das Leben in München. Besonders schwärmt er vom Englischen Garten und davon, spontan in der Isar baden zu können.
München sei ein großartiger Ort zum Aufwachsen und auch, um eine Familie zu gründen, sagt Dietl. Dazwischen aber tue es gut, die Stadt auch einmal zu verlassen. Erst dann merke man, wie besonders das Leben dort sei. Wer immer dageblieben sei, halte vieles womöglich für selbstverständlich.
Glaube an ein Weiterwirken von Energien
Ob es ein Jenseits oder eine Form von Leben nach dem Tod gibt, wie in seinem Film, in dem der verstorbene Taxifahrer Wiggerl als Geist zurückkehrt, um Versäumtes nachzuholen, beantwortet Dietl mit vorsichtigem Optimismus. Er wünsche sich, dass nach dem Tod noch etwas komme. Für ihn sei das eine Art parallele Ebene, auf der die Energien der Menschen weiterbestünden. Dieses Weiterleben finde für ihn auch in der Erinnerung statt. Würden allerdings überall Geister auftauchen, wäre das wohl eher unerquicklich, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Ein prägendes Erlebnis hatte Dietl nach dem Tod seines Vaters. Nachdem er in dessen frühere Wohnung gezogen war, litt er nach eigenen Worten fast jede Nacht unter Albträumen. Erst als sein Stiefvater die Wohnung mit weißem Salbei ausräucherte, habe sich das schlagartig verändert. Bis dahin habe er so etwas für Unsinn gehalten, erzählt Dietl. Dass es sofort geholfen habe, habe ihn nachdenklich gemacht. Er glaube deshalb, dass es Energien gebe und manche Menschen unter bestimmten Umständen einen stärkeren Zugang dazu hätten.
Mehr Offenheit im Umgang mit Tod und Trauer
Aus dem Verlust seines Vaters hat Dietl auch für den Umgang mit Trauer Konsequenzen gezogen. Anteilnahme sei immer wertvoll und helfe den Hinterbliebenen, sagt er. Man solle sich nicht scheuen, Verstorbene zu erwähnen, aus Angst, alte Wunden wieder zu öffnen. Der Schmerz über den Verlust sei ohnehin vorhanden. Gemeinsames Erinnern und das bewusste Teilen von Trauer könnten dagegen heilsam sein.
Besonders wichtig ist ihm Versöhnung zu Lebzeiten. Gerade innerhalb der Familie solle man sich häufiger sagen, dass man einander liebe, rät Dietl. Er beobachte bei sich selbst und anderen, dass mit der Zeit oft verlernt werde, mit den engsten Menschen wirklich offen zu sprechen. Für ihn selbst sei die Versöhnung mit seinem Vater vor dessen Tod eine große Hilfe gewesen, um den Verlust besser verarbeiten zu können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion