Wirtschaft

Bosch-Aufsichtsratschef verrät, worauf es ankommt

Trotz Milliardenkrise und massivem Jobabbau pocht Bosch auf seine Werte. Reicht das, um den Konzern zu retten?

16.05.2026, 04:00 Uhr

Bosch betont in der Krise die langfristige Sicherung des Unternehmens

Bosch-Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer hat angesichts der schwierigen Lage in der Industrie und des geplanten Stellenabbaus auf die Grundsätze des Firmengründers Robert Bosch verwiesen. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte er, für Robert Bosch habe stets das dauerhafte Bestehen des Unternehmens im Vordergrund gestanden. Dafür habe der Unternehmer auch einschneidende Maßnahmen in Kauf genommen, denn nur ein überlebensfähiges Unternehmen könne letztlich alles andere absichern.

Asenkerschbaumer erinnerte daran, dass Robert Bosch mit der 1886 in Stuttgart gegründeten „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ den Ursprung des heutigen Konzerns geschaffen habe. Bosch sei zwar immer sozial orientiert gewesen, zugleich aber davon überzeugt, dass sich das Unternehmen ständig weiterentwickeln müsse. Krisen müssten daher fair, transparent und zugleich entschlossen bewältigt werden. Trotz der aktuellen Belastungen habe Bosch seine Werte nicht aufgegeben, so Asenkerschbaumer.

Der weltgrößte Autozulieferer steht derzeit in vielen Geschäftsfeldern unter Druck. Nicht nur das Kerngeschäft schwächelt, auch andere Bereiche leiden. Hohe Ausgaben für den Stellenabbau, US-Zölle sowie eine hohe Steuerlast haben den Technologiekonzern im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt.

Bosch plant deutliche Einsparungen

Nach Einschätzung des Unternehmens ist Bosch inzwischen in zahlreichen Bereichen nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Deshalb setzt das Management auf einen strikten Sparkurs bei Personal und Strukturen. Im Zuliefergeschäft sollen in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen wegfallen. Der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart will dabei vor allem auf freiwillige Lösungen wie Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen setzen, um den Abbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. Kürzungspläne gibt es zudem in weiteren Sparten, darunter bei der Hausgerätetochter BSH und im Bereich Elektrowerkzeuge.

Stefan Asenkerschbaumer
Für Bosch-Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer steht das Überleben des Unternehmens an erster Stelle. (Archivbild) Quelle: Marijan Murat/dpa

Die Abbaupläne hatten scharfe Reaktionen von Arbeitnehmervertretern ausgelöst. IG-Metall-Chefin Christiane Benner warf der Unternehmensführung bereits im September vergangenen Jahres vor, damit gegen die Werte zu handeln, für die Bosch lange gestanden habe. Sie kritisierte, Zuverlässigkeit, Verantwortung und ein faires Miteinander würden missachtet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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