Eine neue Wasserpumpe soll bedrohten Wiesenbrütern im Altmühltal während der Brutzeit bessere Bedingungen verschaffen. Nach Angaben des Landratsamts Ansbach kann die Anlage pro Tag rund 100 Kubikmeter Wasser aus einem Bach in Senken des Feuchtgebiets Wiesmet leiten. Ziel ist es, die Überlebenschancen der Küken zu erhöhen.
Nach Einschätzung der LBV-Expertin Verena Rupprecht ist die Lage besonders bei der Uferschnepfe alarmierend. In Bayern gebe es nur noch etwa 14 bis 15 Brutpaare, davon vier im Altmühltal. Die Bestände nähmen stark ab. Auch Großer Brachvogel und Rotschenkel sollen von der zusätzlichen Bewässerung profitieren.
Ein großes Problem sei, dass es für Wiesenbrüter kaum noch naturnahe Feuchtwiesen gebe. In den wenigen verbliebenen Rückzugsräumen kämen deshalb nicht nur die Vögel zusammen, sondern auch ihre Feinde wie Fuchs oder Rohrweihe. Im Wiesmet sollen daher Zäune die Nester sichern. Zudem kooperieren Fachleute mit Landwirten, damit Wiesen schonend genutzt und erst nach der Brutzeit gemäht werden.
Antwort auf trockene Frühjahre
Die Pumpe ist nach Einschätzung von Fachleuten nur ein Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts. Sie könne jedoch gezielt und kurzfristig helfen. Ähnliche Maßnahmen hätten sich bereits in anderen Regionen wie der Regentalaue bei Cham oder im Donaumoos bewährt. Solche Projekte gewinnen demnach an Bedeutung, weil die Frühjahre zunehmend trockener werden.
Im Altmühltal ist das Vorhaben zunächst auf drei Jahre angelegt. In dieser Zeit soll geprüft werden, ob die Maßnahme den Bruterfolg von Uferschnepfe und anderen Wiesenbrütern verbessert. Diese Vogelarten sind auf feuchte, flach überstaute Wiesen angewiesen. Mit ihren langen Schnäbeln suchen sie dort im Boden nach Insekten und kleinen Tieren.
Laut Landratsamt sorgt das Wasser außerdem dafür, dass die Vegetation langsamer wächst. Dadurch gelangen die Küken leichter an Nahrung. Trocknen die Mulden dagegen aus, müssen die Jungvögel weitere Strecken zurücklegen, um Futter zu finden. Das kostet Energie und erhöht zugleich das Risiko, von Räubern erbeutet zu werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion