Ein Lastwagenfahrer soll das Gaffer-Video aufgenommen haben, das die Rettung eines brennenden Verletzten nahe Nürnberg zeigte und zu Jahresbeginn große Empörung ausgelöst hatte. Wie Markus Fries von der Verkehrsinspektion Feucht mitteilte, sei der mutmaßliche Filmer inzwischen identifiziert. Es handele sich um einen Lkw-Fahrer aus Südeuropa.
Bei dem schweren Unfall Mitte Januar auf eisglatter Straße bei Feucht im Landkreis Nürnberger Land waren ein Lastwagen und zwei Autos zusammengestoßen. Eine 54 Jahre alte Frau kam dabei ums Leben. Ersthelfer hatten damals einen schwer verletzten Mann aus einem brennenden Wagen gezogen und die Flammen gelöscht. Genau diese Rettungsszene wurde von jemandem aus dem Gegenverkehr gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet.
Ermittlungen der Polizei beendet
Nach Informationen der Nürnberger Nachrichten gelang es den Ermittlern mithilfe kriminaltechnischer Auswertungen, Aufnahmen von zwei Kamerateams und Zeugenaussagen, den betreffenden Lastwagen samt Kennzeichen zu identifizieren. Über die Spedition sei dann auch die Identität des Fahrers festgestellt worden, erklärte Fries.
Die polizeilichen Untersuchungen sind inzwischen abgeschlossen, der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, gegen Paragraf 201a des Strafgesetzbuches verstoßen zu haben, da er mutmaßlich eine hilflose Person gefilmt hat.
Außerdem habe die Polizei die betroffenen sozialen Netzwerke direkt kontaktiert, um die Löschung des Videos zu veranlassen. Laut Fries seien die Plattformen dieser Aufforderung umgehend nachgekommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber