Baden-Württemberg

Direkt in die City? Calw plant XXL-Rutsche

Per Rutsche in die City? Calw baut zwei rasante Abkürzungen – bis 35 km/h sind drin, wenn der TÜV mitspielt.

04.09.2026, 05:21 Uhr

Riesige Rutschen sollen in Calw den Weg Richtung Innenstadt verkürzen

Die baden-württembergische Stadt Calw setzt eine ungewöhnliche Idee um: Vom Stadtgarten führen künftig zwei große Rutschen fast bis in die Innenstadt. Nach Angaben einer Sprecherin ist eine Rutsche 43 Meter lang, die zweite 17 Meter. Bevor Besucher sie nutzen dürfen, steht nach zahlreichen Probefahrten nur noch die Abnahme durch den TÜV aus.

Nach Angaben der Stadt sind auf den Bahnen Geschwindigkeiten von bis zu 35 Stundenkilometern möglich. Besonders gute Bedingungen für eine schnelle Fahrt bieten demnach trockenes, warmes Wetter sowie Kleidung aus Kunstfasern. Für die kürzere Rutsche werde eine Fahrzeit von etwa fünf bis acht Sekunden erwartet, für die längere rund zehn bis 16 Sekunden. Zu Fuß dauere die Strecke dagegen knapp zwei Minuten.

Umstieg während der Fahrt vorgesehen

Wer die Abkürzung nutzen will, startet zunächst auf der langen und wechselt anschließend auf die kürzere Rutsche. Anders habe sich das Vorhaben baulich nicht umsetzen lassen, hieß es. Die Stadt sieht als Zielgruppe vor allem Familien, Besucher des Stadtparks, aber auch Schüler und Berufstätige, die bergab lieber auf Bus oder Auto verzichten möchten.

Oberhalb der Anlage im Stadtteil Wimberg befinden sich zwei Berufsschulen. Wer von dort rasch ins Tal oder in Richtung Zentrum gelangen will, kann künftig hinunterrutschen – allerdings auf eigene Verantwortung. Ganz bis in die Innenstadt reicht die Anlage jedoch nicht: Von der Ankunftsstelle aus ist noch ein kurzer Fußweg nötig.

XXL-Rutschen im Stadtgarten Calw
Die Rutschen sind riesig. Quelle: Enrique Kaczor/dpa

Idee entstand bei der Neugestaltung des Parks

Der Anstoß für das Projekt kam im Zuge der Umgestaltung des sieben Hektar großen Stadtparks. Dieser war 2018 durch einen Sturm stark beschädigt worden und galt danach als wenig attraktiv. In einem Wettbewerb setzte sich schließlich der Entwurf mit den Rutschen durch.

Für die gesamte Neugestaltung sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Der Großteil der Summe, etwa 1,35 Millionen Euro, wird vom Bund getragen.

Wie gut das neue Angebot bei Einwohnern und Touristen ankommt, bleibt abzuwarten. Die Stadt hofft, dass die Rutschen ganz selbstverständlich in den Alltag integriert werden – und vor allem Freude bereiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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