Hugo Boss setzt Aktienrückkauf vorerst aus
Der Modekonzern Hugo Boss hat sein erst vor Kurzem begonnenes Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der Ankündigung der britischen Frasers Group, ihren Anteil an Hugo Boss auf mehr als 50 Prozent ausbauen zu wollen. Zudem wolle Frasers prüfen, ob der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Sturm weiterhin unterstützt werde.
Frasers arbeitet bereits seit Mitte Juni daran, bei Hugo Boss mehr Einfluss zu gewinnen. Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch war die Beteiligung der Briten zuletzt auf 47,89 Prozent gestiegen. Damit fehlt dem Unternehmen nur noch ein vergleichsweise kleiner Schritt zur Mehrheitskontrolle.
Nach Einschätzung von Analysten der UBS ist der Abbruch des Rückkaufprogramms vor allem strategisch motiviert. Der Grund: Wenn Hugo Boss eigene Aktien zurückkauft, sinkt die Zahl der frei verfügbaren Papiere. Dadurch würde sich der Anteil von Frasers automatisch weiter erhöhen.
Wie Hugo Boss mitteilte, wurden bislang Aktien im Wert von knapp fünf Millionen Euro erworben. Zugleich betonte der Konzern, an seiner Strategie und an den langfristigen Wachstumsaussichten festzuhalten. Zu einem späteren Zeitpunkt solle geprüft werden, ob das Rückkaufprogramm wieder aufgenommen wird.
Die Frasers Group befindet sich mehrheitlich im Besitz des britischen Unternehmers Mike Ashley. Zu den bekanntesten Marken des Konzerns zählt vor allem die Einzelhandelskette Sports Direct. Außerdem ist Frasers an mehreren Unternehmen beteiligt, darunter auch am Online-Modehändler Asos.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber