Fußball

„Deprimierend“: Was Stuttgart jetzt lernen muss

Nach dem Bayern-Debakel droht dem VfB déjà-vu wie im Pokalfinale. Doch es gibt Hoffnung – und einen überraschenden Gewinner.

29.08.2026, 12:59 Uhr

Letztlich lief es für den VfB Stuttgart gegen den FC Bayern wieder nach bekanntem Muster. Trotz eines engagierten Auftritts setzte es zum Auftakt der 64. Bundesliga-Saison eine deutliche 1:5-Niederlage. Für Sportvorstand Fabian Wohlgemuth war die Erkenntnis ernüchternd, aber nicht neu: Stuttgart gehört im deutschen Fußball derzeit nicht in dieselbe Kategorie wie der Meister aus München.

Die Schwaben präsentierten sich phasenweise ordentlich, doch gegen die individuelle Klasse der Bayern reichte das erneut nicht. Damit kassierte der VfB bereits die siebte Pflichtspielniederlage in Folge gegen den Rekordmeister und musste in dieser Serie insgesamt 26 Gegentreffer hinnehmen. Trainer Sebastian Hoeneß versuchte einmal mehr mit einem mutigen Ansatz, den Favoriten zu fordern. Über weite Strecken gelang das auch, am Ende war der Gegner jedoch erneut zu stark.

Bredlow als Lichtblick

Wohlgemuth sprach nach dem Spiel von einem "deprimierenden" Abend. Nun müsse jeder im Team prüfen, was sich im nächsten Spiel verbessern lasse. Ein Sonderlob gab es nur für Torhüter Fabian Bredlow, der den verletzten Dennis Seimen vertrat und nach Einschätzung des Sportchefs eine durchweg starke Leistung zeigte.

Schon am kommenden Freitag gegen den 1. FC Köln soll die Reaktion folgen. Dann dürfte Bredlow deutlich weniger beschäftigt sein als in München. Entscheidend wird aber sein, die klare Niederlage schnell abzuhaken. Hoeneß forderte, dass seine Mannschaft nun von Woche zu Woche zulegen müsse. Wenn schon nicht auf dem Niveau der Bayern, dann zumindest stärker als viele direkte Konkurrenten wie Köln, Dortmund, Leipzig oder Leverkusen.

FC Bayern München - VfB Stuttgart
Sein Plan ging nur letztlich nicht auf: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. Quelle: Sven Hoppe/dpa

Erinnerungen an das Pokalfinale

Die Begegnung in München weckte Erinnerungen an das DFB-Pokalfinale im Mai. Auch damals hielt Stuttgart lange gut mit, verlor am Ende aber klar mit 0:3. Hoeneß erklärte, dass es gegen einen Gegner wie Bayern besonders wichtig sei, starke Phasen mit eigenen Treffern zu belohnen, um das Spiel in eine andere Richtung zu lenken. Genau das gelingt dem VfB gegen die Münchner bislang nicht.

So verpasste Tiago Tomás zunächst die mögliche Führung für Stuttgart, ehe Dayot Upamecano das 1:0 für Bayern erzielte. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Josha Vagnoman kippte die Partie erneut, als ausgerechnet Vagnoman mit einem Eigentor das 1:3 verursachte. Diese Phase bezeichnete Hoeneß als besonders bitter. Neben der hohen Qualität des Gegners fehlte seinem Team letztlich auch die Kraft, über die volle Distanz konsequent Mann gegen Mann auf dem gesamten Feld zu verteidigen.

Potenzial bleibt erkennbar

Kapitän Deniz Undav sah Parallelen zu vielen vergangenen Duellen mit den Bayern. Der Plan sei gewesen, mutig aufzutreten, doch am Ende nutze Bayern die Fehler eiskalt aus. Hoeneß nahm zumindest mit, dass die Münchner mit dieser Form wohl noch weitere Mannschaften in der Liga deutlich schlagen dürften.

Für Stuttgart gilt es nun, die gelungenen Abschnitte aus dem Auftaktspiel in die nächsten Partien mitzunehmen und weiterzuentwickeln. Das Potenzial im Kader ist weiterhin klar erkennbar.

Neuzugang Dzenan Pejcinovic, der aus Wolfsburg kam, soll die Offensive beleben. Zudem arbeiten einige Nationalspieler nach dem WM-Sommer noch an ihrer Fitness. Wohlgemuth sprach zwar offen von einem misslungenen Saisonstart, betonte aber zugleich, dass diese Niederlage den VfB nicht aus der Bahn werfen dürfe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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