Nürnbergs Bardentreffen feiert 50. Jubiläum mit kostenlosem Musikprogramm
Vier Tage lang erklingt in Nürnberg Musik aus aller Welt, dazu gibt es Hunderte Auftritte auf mehreren Bühnen – und der Eintritt bleibt frei. Nach Angaben der Stadt zählt das Bardentreffen zu den größten kostenlosen Open-Air-Festivals in Deutschland. In diesem Jahr wird die Veranstaltung an diesem Wochenende bereits zum 50. Mal gefeiert.
Auf insgesamt acht Bühnen in der Altstadt stehen bis Sonntag rund 400 Künstlerinnen und Künstler aus vielen Ländern auf dem Programm. Zum Jubiläum dauert das Festival einen Tag länger als üblich. Zusätzlich sorgen zahlreiche Straßenmusikerinnen und Straßenmusiker abseits der Hauptplätze für weiteres Live-Programm. Gegründet wurde das Bardentreffen vor 50 Jahren aus Anlass des 400. Todestags des Dichters und Meistersängers Hans Sachs (1494–1576).
Finanzierung durch Stadt, Sponsoren und Publikum
Nach Angaben der Stadt Nürnberg belaufen sich die Kosten des Festivals auf etwa 650.000 Euro. Rund 45 Prozent davon trägt die Stadt selbst. Der übrige Anteil wird vor allem durch langjährige Sponsoren gedeckt. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen sei diese Unterstützung weiterhin verlässlich, heißt es aus dem Kulturbereich.
Auch die Besucherinnen und Besucher können zum Fortbestand beitragen. Die Veranstalter rechnen erneut mit mehr als 200.000 Gästen. Wer das Festival unterstützen möchte, kann unter anderem das Programmheft, Fan-Shirts oder Anstecker erwerben. Darüber hinaus hat die Stadt ein Crowdfunding eingerichtet, über das online für das Bardentreffen sowie die ebenfalls kostenfreien Festivals Klassik Open Air und Stars im Luitpoldhain gespendet werden kann.
Auch das Brückenfestival sucht Unterstützung
Kostenlos soll auch das Nürnberger Brückenfestival am kommenden Wochenende, dem 7. und 8. August, bleiben. Doch die Organisatoren machen deutlich, dass dies ohne Hilfe zunehmend schwieriger wird. Auf Instagram verweisen sie auf stark gestiegene Kosten in den vergangenen Jahren.
Trotz des erneuten ehrenamtlichen Einsatzes sei absehbar, dass das Festival 2027 nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden könne, wenn keine zusätzliche finanzielle Basis geschaffen werde. Deshalb wirbt das Team nun um Fördermitglieder, die mit einem festen Jahresbeitrag zur Absicherung der Veranstaltung beitragen.
Stadt sieht Bardentreffen langfristig gesichert
Für die Zukunft des Bardentreffens zeigt sich die Stadt Nürnberg dagegen optimistisch. Das Festival gelte als kultureller Höhepunkt und als wichtiges Fest für die Stadtgesellschaft. Zudem verweise die Stadt auf positive Auswirkungen für die lokale Wirtschaft. Aus ihrer Sicht steht die Fortführung der Veranstaltung daher nicht infrage.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber