Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Damit will die UN-Behörde Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und zusätzliche Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Zugleich betonte die WHO, dass es sich nicht um einen Pandemie-Alarm handelt.
Im Zentrum des Ausbruchs steht die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo. Dort wurden nach WHO-Angaben bislang 8 bestätigte und 246 mutmaßliche Fälle registriert. Außerdem wurde bereits ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen. Hinzu kommt, dass zwei infizierte Personen aus dem Kongo nach Uganda gereist sind.
Die WHO meldete bisher 80 mutmaßliche Ebola-Todesfälle in Ituri. Einer der Erkrankten, die nach Uganda gereist waren, ist demnach ebenfalls gestorben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC nannte zuletzt für den Kongo höhere Zahlen und sprach von 336 Verdachtsfällen sowie 88 Todesfällen.
WHO warnt vor größerem Ausmaß des Ausbruchs
Nach Einschätzung der WHO deutet der ansteigende Trend bei Verdachts- und Todesfällen darauf hin, dass der Ausbruch möglicherweise deutlich größer ist als bislang entdeckt und gemeldet. Entsprechend bestehe ein erhebliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan.
Als zusätzliche Risikofaktoren nennt die WHO die fragile Sicherheitslage, die humanitäre Krise und die starken Bevölkerungsbewegungen in der am stärksten betroffenen Region. Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen zugelassenen Impfstoff gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus gibt, der hinter dem aktuellen Ausbruch steht. Die WHO spricht deshalb von einem außergewöhnlichen Ereignis.
Allerdings gilt die Bundibugyo-Variante als weniger tödlich als der bekanntere Zaire-Stamm. Nach Angaben des US-Gesundheitsinstituts NIH liegt ihre Sterblichkeitsrate bei etwa 37 Prozent, während sie beim Zaire-Stamm auf bis zu 90 Prozent geschätzt wird.
Hohes Risiko für alle Nachbarstaaten
Nach Einschätzung der WHO sind inzwischen alle zehn Nachbarländer der Demokratischen Republik Kongo einem hohen Risiko ausgesetzt. Diese Staaten sollten dringend Vorbereitungen treffen, um mögliche Ebola-Fälle schnell zu erkennen und zu behandeln.
Zugleich forderte die WHO den Kongo und Uganda auf, sicherzustellen, dass Infizierte und ihre Kontaktpersonen nicht in andere Länder reisen. Andere Staaten sollten nach Ansicht der UN-Organisation jedoch keine Reisebeschränkungen verhängen und ihre Grenzen nicht schließen. Solche Maßnahmen könnten dazu führen, dass Menschen auf inoffizielle und unüberwachte Grenzübergänge ausweichen – und damit das Risiko einer weiteren Verbreitung steigt.
17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976
Nach Angaben der WHO handelt es sich um den 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Laut Africa CDC gab es bislang erst zwei frühere Ausbrüche der Bundibugyo-Variante: 2007 in Uganda mit 37 Toten und 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch engen Körperkontakt sowie den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Beim großen Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika starben in den Jahren 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen. Beim bislang letzten Ebola-Ausbruch im Kongo in der südwestlichen Provinz Kasaï kamen zwischen September und Dezember 2025 45 Menschen ums Leben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion