Erstes Masern-Todesopfer in New York seit drei Jahrzehnten
Im US-Bundesstaat New York ist nach Angaben der Behörden ein Kind an den Folgen einer Masernerkrankung gestorben. Gouverneurin Kathy Hochul erklärte, es handle sich um den ersten Todesfall im Zusammenhang mit der hochansteckenden Virusinfektion in New York seit 30 Jahren.
Hochul zeigte sich tief betroffen. Es zerreiße ihr das Herz zu hören, dass ein Kind im Lewis County nach einer Maserninfektion gestorben sei, teilte sie am Montag Ortszeit mit. Als Mutter und Großmutter könne sie nur erahnen, welches Leid die Familie nun durchmache.
Zugleich wertete die demokratische Politikerin den Fall als alarmierendes Warnsignal. Er mache deutlich, welche Folgen es habe, wenn in Washington gezielt jahrzehntelange Fortschritte beim Schutz der Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten zurückgedrängt würden. New York halte deshalb an bewährten Maßnahmen des Gesundheitsschutzes fest.
Die Gesundheitsbehörde forderte die Menschen eindringlich auf, ihren Impfschutz zu kontrollieren. Den wirksamsten Schutz biete die MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Masern können schwere Komplikationen nach sich ziehen, darunter Lungen- und Gehirnentzündungen, und in seltenen Fällen tödlich enden.
USA verzeichnen so viele Masernfälle wie seit Jahrzehnten nicht
Wegen eines akuten Ausbruchs, insbesondere in ländlichen Regionen, hatte Hochul bereits Anfang Oktober für New York den Notstand ausgerufen. Damit sollte auch die Zahl der Personen erweitert werden, die Impfungen verabreichen dürfen. Niemand sollte durch eine Krankheit, die sich durch Impfungen verhindern lässt, schwer erkranken oder sterben, sagte sie damals.
In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Masernerkrankungen schon im Sommer auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Nach Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden bis Ende Oktober 4.852 bestätigte Fälle registriert. Damit liegt die Zahl bereits mehr als doppelt so hoch wie im gesamten Vorjahr. Für 2026 wurden bis zu diesem Zeitpunkt drei Todesfälle gemeldet.
Kritik gibt es in diesem Zusammenhang auch an Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der von US-Präsident Donald Trump ernannt wurde. Wegen der steigenden Masernzahlen steht er seit Längerem unter Druck, da er wiederholt Zweifel am Nutzen von Impfungen geäußert hatte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber