Politik

Straße von Hormus: Die wichtigsten offenen Fragen nach Irans Kurswechsel

Eigentlich warteten alle auf einen neuen Verhandlungstermin im Iran-Konflikt. Nun nimmt Teheran die Öffnung der Straße von Hormus zurück. Wie reagiert Trump?

18.04.2026, 16:57 Uhr

Wenige Tage vor dem vorgesehenen Ende der Waffenruhe hatte der Iran zunächst angekündigt, die Straße von Hormus wieder freizugeben. Nur Stunden später zog Teheran diese Ankündigung jedoch zurück und begründete das mit der fortdauernden US-Seeblockade. Daraus ergeben sich nun mehrere zentrale Fragen.

Wie wird Trump reagieren?

Teheran sieht die Verantwortung für den Rückzieher bei den USA, weil Washington an der Blockade festhält. US-Präsident Donald Trump gab sich öffentlich gelassen. Er erklärte vor Journalisten im Weißen Haus, der Iran handle seit Jahren nach demselben Muster und könne die USA damit nicht unter Druck setzen. Insgesamt äußerte er sich zum Thema ungewöhnlich knapp. Trump verwies lediglich darauf, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten weiterliefen und sprach von positiven Entwicklungen. Konkreter wollte er sich zunächst nicht äußern.

Kommt es überhaupt zur nächsten Verhandlungsrunde?

Eigentlich wurde zuletzt vor allem mit der Bekanntgabe eines neuen Gesprächstermins gerechnet. Als möglicher Ort galt Islamabad, wo am Montag eine weitere Verhandlungsrunde stattfinden könnte. Dort laufen bereits Vorbereitungen: Medienregistrierungen wurden gestartet und zusätzliche Sicherheitskräfte in die Stadt gebracht. Aus dem Weißen Haus hieß es zuletzt, die Planungen für ein weiteres Treffen dauerten an. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete dagegen, Teheran habe eine Teilnahme an einer zweiten Runde bisher nicht bestätigt.

Hält die Waffenruhe weiterhin?

Die derzeitige Waffenruhe soll nach aktuellem Stand am Mittwoch enden. Schon bisher galt sie als fragil, weil sich beide Seiten wiederholt Verstöße vorwarfen. Trump kritisierte den Iran mit dem Hinweis, die zugesicherte freie Schifffahrt in der Straße von Hormus sei nicht sofort wiederhergestellt worden. Teheran wiederum knüpfte eine Öffnung an eine Feuerpause im Libanon, die inzwischen gilt. Trotz dieser Spannungen blieb es bislang bei der Einstellung der Kämpfe.

Gibt es Spannungen zwischen Regierung und Militär im Iran?

Diese Frage drängt sich auf, weil Außenminister Abbas Araghtschi zunächst eine Öffnung der Meerenge unter bestimmten Bedingungen angekündigt hatte, während das Militär diese Linie schon kurz darauf wieder kassierte. Viele Beobachter sehen die Revolutionsgarden als eigentlichen Machtfaktor im Land. Darauf deutet auch die Reaktion der ihnen nahestehenden Nachrichtenagentur Fars hin, die sich deutlich von Araghtschis Vorstoß distanzierte. Auf X war von Verwirrung in der iranischen Öffentlichkeit die Rede, nachdem der Außenminister überraschend die Öffnung angekündigt und Trump anschließend scharf reagiert hatte.

In Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik liegt das letzte Wort normalerweise beim Revolutionsführer. Von Modschtaba Chamenei gibt es jedoch seit seiner Ernennung am 8. März weder Audio- noch Videoaufnahmen. Unklar ist daher, wie es um seinen Gesundheitszustand steht und welchen Einfluss er derzeit tatsächlich ausübt.

Warum ist die Straße von Hormus für den Iran so wichtig?

Unter normalen Bedingungen läuft rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch die Meerenge. Seit Beginn der Blockade zu Kriegsbeginn am 28. Februar sind die Ölpreise deutlich gestiegen. Für den Iran ist die Straße von Hormus damit ein entscheidender Hebel. Sowohl die politische Führung als auch das Militär machen deutlich, dass eine Öffnung nur gegen konkrete Gegenleistungen infrage kommt. Damit signalisiert Teheran zugleich, dass es sich die Bedingungen dafür nicht von außen vorgeben lassen will.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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