Fußball

WM-Rekord! Deschamps löst Schön historisch ab

48 Jahre hielt Helmut Schöns WM-Rekord – jetzt ist er weg. Wer ihn entthront hat, dürfte viele überraschen.

14.07.2026, 21:00 Uhr

Didier Deschamps hat bei Fußball-Weltmeisterschaften einen neuen Bestwert als Nationaltrainer aufgestellt – und zugleich ein bitteres Ausscheiden erlebt. Beim 0:2 (0:1) Frankreichs gegen Spanien im Halbfinale in Arlington kam der 57-Jährige zu seinem 26. Einsatz als Chefcoach bei einer WM und übertraf damit den früheren Bundestrainer Helmut Schön.

Für Frankreich platzte damit ausgerechnet am Nationalfeiertag der Traum vom dritten WM-Finale in Serie. Spanien erreichte dagegen erstmals seit 16 Jahren wieder das Endspiel und trifft dort auf den Sieger der Partie zwischen Titelverteidiger Argentinien und England mit Trainer Thomas Tuchel.

Spaniens Plan geht voll auf

Die Iberer kontrollierten die Partie über weite Strecken und ließen Frankreichs Offensivkünstler kaum zur Entfaltung kommen. Mikel Oyarzabal brachte Spanien in der 22. Minute per Foulelfmeter in Führung, Pedro Porro erhöhte in der 58. Minute auf 2:0. Vor 70.176 Zuschauern im überraschend nicht ausverkauften Stadion verteidigte Spanien erneut äußerst stabil und hat im laufenden Turnier bislang erst ein Gegentor kassiert.

Der Strafstoß zum 1:0 entstand nach einer eigentlich harmlosen Flanke von Marc Cucurella: Frankreichs Verteidiger Lucas Digne traf beim Klärungsversuch den heraneilenden Lamine Yamal am Oberschenkel. Schiedsrichter Iván Barton entschied folgerichtig auf Elfmeter, Oyarzabal verwandelte sicher. Für Frankreich war es der erste Rückstand in diesem Turnier. Nach einer halben Stunde musste zudem Abwehrchef William Saliba angeschlagen raus.

Auch nach der Pause fand die Équipe Tricolore kaum Lösungen. Dem Favoriten fehlten Ideen und Präzision, selbst Torjäger Kylian Mbappé konnte das Aus nicht verhindern. Der Angreifer, der in diesem Turnier bereits acht Treffer erzielt hat, bleibt damit hinter Lionel Messi in der ewigen WM-Torjägerliste zurück – zumindest für die kommenden vier Jahre.

Erfolgsära endet mit Enttäuschung

Deschamps führt die französische Nationalmannschaft seit 2012. Nach dem aktuellen Turnier soll er sein Amt abgeben, als möglicher Nachfolger gilt Zinédine Zidane. Seine größten Erfolge feierte Deschamps sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie: 1998 wurde er als Spieler Weltmeister, 2018 dann als Trainer. Dieses Kunststück gelang zuvor nur Franz Beckenbauer und Mário Zagallo. Zwei WM-Titel als Trainer schaffte bislang allein Vittorio Pozzo mit Italien in den Jahren 1934 und 1938.

In die Bilanz von Deschamps fließt auch das Gruppenspiel gegen Norwegen ein. Bei der Partie selbst war er wegen des Todes seiner Mutter nicht vor Ort und nach Frankreich gereist. Die FIFA zählt das 4:1 dennoch offiziell als eines seiner WM-Spiele.

So bleibt für Deschamps zwar der Rekord, sportlich aber ein schwacher und uninspirierter Halbfinal-Auftritt als Schlusspunkt seiner langen Amtszeit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen