Woher das Löschwasser bei Waldbränden kommt
Für die Bekämpfung von Waldbränden werden große Mengen Wasser gebraucht. Das zeigte sich zuletzt in Rodenbach im südöstlichen Hessen, wo rund 55 Hektar Wald in Flammen standen. Der Wasserversorger im Main-Kinzig-Kreis hatte deshalb die Menschen vorübergehend dazu aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen, weil die Vorräte für den Feuerwehreinsatz benötigt wurden.
Auch wenn diese Warnung bereits am folgenden Tag wieder aufgehoben werden konnte, bleibt die Frage, woher das Löschwasser stammt und wie es überhaupt bis in unwegsames Waldgebiet gelangt. Antworten darauf gibt Fabien Kriegel von der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg, deren Kräfte die Feuerwehr in Hessen unterstützt haben.
Nach seinen Angaben kommt das Wasser meist aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Falls nötig, kann die Feuerwehr aber auch Wasser aus Seen oder Flüssen entnehmen. Zum Brandort gelangt es entweder mit Fahrzeugen am Boden oder per Luftunterstützung.
Tanklöschfahrzeuge im ständigen Wechsel unterwegs
Üblicherweise setzt die Feuerwehr bei Waldbränden Tanklöschfahrzeuge ein. Im Wald werden dafür mobile Löschwasserbehälter aufgebaut. Die Fahrzeuge fahren dann in einem ständigen Wechsel zwischen Wasserentnahmestelle und Einsatzort hin und her, laden dort Wasser ab und füllen die Behälter auf. Von dort wird das Wasser mit Pumpen in die Schläuche befördert.
Zusätzlich kommen sogenannte Abrollbehälter zum Einsatz. Diese großen Container werden per Lastwagen transportiert und im Wald abgestellt. Sie dienen als zusätzliche Reserve und schaffen einen Puffer für die Löscharbeiten. Allerdings müssen auch diese Behälter laufend nachgefüllt werden. Gerade im Wald ist es laut Kriegel oft schwierig, den Nachschub schnell genug sicherzustellen.

Auch Hubschrauber und Sonderbehälter helfen
Wenn Hubschrauber oder Löschflugzeuge eingesetzt werden, tragen sie Behälter unter dem Rumpf. Diese können direkt in Gewässern wie Seen oder Flüssen befüllt werden. Gibt es in der Nähe keine passende Wasserstelle, errichtet die Feuerwehr ein sogenanntes Walrossbecken. Dabei handelt es sich um einen großen, poolähnlichen Behälter, aus dem die Luftfahrzeuge Wasser aufnehmen können.
In einzelnen Fällen unterstützen auch Wasserwerfer der Polizei, auch wenn das eher selten vorkommt. Häufiger helfen Landwirte mit: Sie transportieren mit großen Fässern Wasser in den Wald und entlasten so die Feuerwehrlogistik. Mancherorts stehen zudem Hydranten oder spezielle Löschwasserzisternen zur Verfügung.
Am Ende gilt jedoch: Jede größere Wasserentnahme belastet entweder das Trinkwassernetz oder die Grundwasserreserven.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber