Bayern

Von Hirse bis Erdnuss: Das rettet Bayerns Bauern

Rettet ausgerechnet Hirse Bayerns Äcker vor der Dürre? Forschende setzen auf robuste Kulturen – vielleicht bald sogar Erdnüsse.

11.08.2026, 15:48 Uhr

Gelbe Äcker, vertrocknete Wiesen und teils vorgezogene Ernten: Die Folgen von Trockenheit und Hitze setzen der Landwirtschaft stark zu. Forschende der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) arbeiten deshalb an Kulturen und Anbauverfahren, die auch mit wenig Wasser verlässlich Erträge bringen. Als aussichtsreiche Option gilt dabei vor allem die Hirse.

Hirse als robuste Kultur für trockene Standorte

Am Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen auf dem Staatsgut Schwarzenau im unterfränkischen Landkreis Kitzingen untersuchte die LfL unter anderem Körnerhirse. Die Pflanze bildet tiefe Wurzeln, nutzt Wasser sparsam und bleibt deshalb auch bei anhaltender Trockenheit vergleichsweise ertragssicher.

Nach Angaben der LfL ist die Anbaufläche von Körnerhirse in Bayern in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Aus Sicht der Forschenden dürfte sie künftig eine bedeutende Rolle für eine nachhaltige Landwirtschaft im Freistaat spielen.

Neue Arten für ein verändertes Klima

Getestet werden zudem Kulturen, die bislang eher aus wärmeren Regionen bekannt sind. Im Projekt "FutureCrop" prüft die Landesanstalt, ob sich Erdnuss, Sesam, Schwarzkümmel und Perlhirse für den trockenen Norden Bayerns eignen. Hintergrund sind Klimaprognosen, nach denen Mainfranken bis 2080 Bedingungen erreichen könnte, wie sie heute etwa in Teilen Bulgariens oder Südfrankreichs herrschen.

Mischanbau soll Risiken abfedern

Eine weitere Strategie ist der Anbau verschiedener Pflanzen auf derselben Fläche. In Versuchen mit Mais und Sorghumhirse zeigte sich, dass die Hirse Einbußen beim Mais teilweise ausgleichen kann. Während Mais unter Trockenstress sichtbar litt und seine Blätter einrollte, blieb die Hirse weitgehend unbeeinträchtigt.

Auch das Wassermanagement im Boden ist entscheidend. Gerade im Maisanbau verschärfen Unkräuter den Wettbewerb um Feuchtigkeit und Licht. Deshalb untersucht die LfL, wie sich Beikräuter in Trockenphasen möglichst wirksam eindämmen lassen – sowohl mit mechanischen als auch mit chemischen Methoden. Entsprechende Feldversuche laufen in Schwarzenau und Ruhstorf an der Rott.

Luzerne als Chance für die Futterversorgung

Für die Versorgung von Rindern mit Futter könnte nach Einschätzung der Landesanstalt zudem Luzerne an Bedeutung gewinnen. Dank ihrer tiefen Wurzeln erreicht sie Wasserreserven in unteren Bodenschichten. Außerdem trägt die Pflanze dazu bei, Kohlenstoff im Boden zu binden und den Humusaufbau zu fördern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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