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Ebola-Schock im Kongo: 2.000 Tote

Mehr als 2.000 Tote: Der Ebola-Ausbruch im Kongo eskaliert weiter – und ein Ende der tödlichen Krise ist nicht in Sicht.

11.08.2026, 11:20 Uhr

In der Demokratischen Republik Kongo sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch inzwischen mehr als 2.000 Menschen gestorben. Nach Angaben der Regierung liegt die Zahl der Todesopfer knapp drei Monate nach der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs bei 2.011.

Insgesamt infizierten sich in diesem Zeitraum 4.381 Menschen mit dem Virus. 704 Patienten werden derzeit in Isolierstationen behandelt. Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 45,9 Prozent.

Jean Kaseya, Direktor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle in den ersten zwölf Wochen des Ausbruchs deutlich höher liegt als beim großen Ebola-Ausbruch in Westafrika zwischen 2014 und 2016. Nach seinen Angaben ist die Zahl der Erkrankten etwa achtmal so hoch, die der Todesfälle mehr als sechsmal so hoch wie damals im selben Zeitraum.

Auch im Vergleich mit dem bislang schwersten Ebola-Ausbruch im Kongo fällt die Entwicklung alarmierend aus: Von 2018 bis 2020 wurden dort insgesamt rund 3.400 Fälle registriert. Beim aktuellen Ausbruch stieg die Zahl der Patienten bereits innerhalb von zwölf Wochen auf etwa 4.000.

Bisher kein spezieller Impfstoff

Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch direkten Körperkontakt sowie über Körperflüssigkeiten übertragen und kann hohes Fieber, Durchfall und Blutungen auslösen.

Der aktuelle Ausbruch gilt als besonders schwer einzudämmen, weil es gegen den Bundibugyo-Typ des Ebola-Erregers bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine gezielte Therapie gibt. Seit Anfang Juli werden zwei antivirale Behandlungsansätze klinisch getestet. Wegen der Schwere des Ausbruchs soll außerdem untersucht werden, ob sich der Erreger möglicherweise verändert hat.

Kontaktverfolgung bereitet große Probleme

Besonders besorgt sind Experten darüber, dass rund 86 Prozent der neu festgestellten Fälle nicht auf bereits nachverfolgte Kontakte bestätigter Patienten zurückgehen. Das deutet darauf hin, dass viele Infektionen unentdeckt bleiben könnten. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO müssten etwa 95 Prozent der Kontakte von Ebola-Infizierten erfasst werden, um den Ausbruch wirksam einzudämmen.

Gewalt und Unsicherheit erschweren die Eindämmung

Das Zentrum des Ausbruchs liegt in der nordostkongolesischen Provinz Ituri. Die Region ist von Unsicherheit und vielen Binnenflüchtlingen geprägt, die oft unter sehr beengten Bedingungen leben. Weitere zahlreiche Fälle wurden in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu registriert, wo die Sicherheitslage ebenfalls schwierig ist.

In Nord-Kivu und Süd-Kivu kontrollieren Rebellengruppen Teile des Gebiets und kämpfen gegen die Regierung sowie verbündete Milizen. In Ituri verübt zudem die mit der Terrormiliz IS verbundene Rebellengruppe ADF Angriffe auf Dörfer.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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