Brand auf Fähre zwischen Bali und Lombok
Ein Fährunglück in Indonesien ist glimpflicher ausgegangen als zunächst befürchtet, hat aber dennoch ein Todesopfer gefordert: Nach Behördenangaben sind fast alle der wahrscheinlich mehr als 170 Menschen an Bord der in Brand geratenen „Putri Yasmin“ in Sicherheit gebracht worden. Einsatzkräfte bestätigten jedoch den Tod einer 19-jährigen Indonesierin. Die genauen Umstände ihres Todes waren zunächst unklar.
Über die Zahl der Menschen an Bord gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Einige Behörden und Medien sprachen von etwa 130 Personen, während Einsatzkräfte in Mataram auf Lombok von rund 170 Menschen ausgingen. Nach Informationen des Senders ABC befanden sich darunter auch zwei Australier.
Die Fähre war in den frühen Morgenstunden von Padang Bai auf Bali in Richtung Lembar auf Lombok unterwegs, als während der Fahrt durch die Lombokstraße plötzlich Feuer ausbrach.
Daraufhin starteten die Behörden eine großangelegte Rettungsaktion. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Antara, die sich auf Einsatzkräfte beruft, wurden mehrere Schiffe sowie ein Hubschrauber zur Unglücksstelle geschickt. Außerdem steuerten auch andere Schiffe und Fähren in der Nähe das brennende Schiff an, um bei der Rettung zu helfen.
Dichter Rauch und hohe Wellen
Viele Menschen wurden von der Fähre evakuiert, zahlreiche von ihnen trugen Rettungswesten. Einige brachten sich mit Rettungsbooten in Sicherheit. Der Einsatz wurde nach Angaben der Retter durch starken Wind, dichten Rauch und hohen Wellengang erschwert.
Ob es neben der getöteten jungen Frau weitere Verletzte gab, blieb zunächst offen. Unklar war auch zunächst, ob sich außer den beiden Australiern noch weitere ausländische Reisende an Bord befanden.
Ursache des Feuers weiter unklar
Was den Brand ausgelöst hat, ist bisher nicht geklärt und soll untersucht werden. Lokale Medien berichteten, das Feuer könnte von einem Lastwagen an Bord ausgegangen sein. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Ein Sprecher einer indonesischen Marineeinheit auf Lombok erklärte zudem, auf der Fähre sei der Strom ausgefallen. Außerdem sei das Schiff auf Grund gelaufen und dadurch manövrierunfähig geworden.
Inseln sind beliebte Reiseziele
Die Verbindung zwischen Padang Bai und Lembar ist eine wichtige Route zwischen Bali und Lombok. Beide Inseln sind wegen ihrer Strände, Reisterrassen, Vulkane und Surfspots auch bei Urlaubern aus aller Welt sehr beliebt.
Immer wieder schwere Schiffsunglücke in Indonesien
In Indonesien kommt es immer wieder zu schweren Unglücken im Fährverkehr. Erst vor zehn Tagen war eine Fähre auf dem Weg von Java nach Sulawesi in Brand geraten. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, Dutzende weitere gelten im Meer als verschollen. In Indonesien dauert es oft Jahre, bis Vermisste offiziell für tot erklärt werden.
Bereits im Juli vergangenen Jahres sank eine Fähre zwischen Java und Bali. Fast 20 Menschen starben, 16 weitere gelten bis heute als vermisst.
Zu den schlimmsten Schiffsunglücken des Landes zählt der Untergang der „Senopati Nusantara“ im Dezember 2006. Damals kamen bei schwerem Sturm zwischen Borneo und Java in der Javasee bis zu 500 Menschen ums Leben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber