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Spotify verbannt KI-Musik fast aus Empfehlungen

Spotify zieht die KI-Notbremse: Diese Profile fliegen aus Empfehlungen – und für Hörer ändert sich jetzt mehr als gedacht.

12.08.2026, 10:16 Uhr

Spotify geht gegen KI-Künstlerprofile vor

Spotify will den wachsenden Einfluss von vollständig KI-erstellter Musik auf seiner Plattform deutlich einschränken. Wie das Unternehmen in Stockholm mitteilte, sollen Künstlerprofile, die nicht auf realen Personen beruhen, künftig klar gekennzeichnet werden. Gleichzeitig greift der Streamingdienst bei der Verbreitung solcher Inhalte zu einem besonders wirksamen Mittel: dem eigenen Empfehlungssystem.

Ab Mitte September sollen sogenannte "AI Personas" nicht mehr in automatischen Playlist-Vorschlägen oder Radiostreams auftauchen. Damit entzieht Spotify diesen Profilen einen zentralen Reichweitenkanal.

Keine algorithmische Unterstützung mehr für KI-Profile

Bislang konnten maschinell erzeugte Musikprojekte stark von Spotifys Mechanismen profitieren. Viele Nutzer hörten etwa ruhige Hintergrundmusik, ohne zu erkennen, dass hinter dem Künstlerprofil kein echter Musiker, sondern ein computergeneriertes Projekt stand. Über Funktionen wie Discover Weekly, Release Radar oder das interne Radio wurden solche Titel oft millionenfach ausgespielt.

Künftig soll das nicht mehr möglich sein. Wird ein Profil als AI Persona eingestuft, verliert es den Zugang zur algorithmischen Verbreitung. Die Musik bleibt zwar weiterhin auf Spotify verfügbar, erscheint Nutzern aber nicht mehr automatisch in Empfehlungen. Sichtbar wird sie dann im Wesentlichen nur noch, wenn gezielt danach gesucht oder dem betreffenden Profil aktiv gefolgt wird.

Neue Kennzeichnung für mehr Transparenz

Zusätzlich führt Spotify einen sichtbaren Hinweis ein, der solche Profile eindeutig markiert. Das "AI Persona Badge" soll im Künstlerbanner, im Infobereich, in Suchergebnissen und auch in Titellisten erscheinen. Hörer sollen damit sofort erkennen können, dass es sich nicht um einen realen Interpreten handelt.

Für die Einstufung setzt Spotify auf mehrere Wege: Produzenten können entsprechende Angaben selbst machen, daneben sollen interne Prüfteams und automatische Analysesysteme eingesetzt werden. In den nächsten Monaten ist außerdem eine Meldefunktion für Nutzer geplant.

Einsatz von KI als Werkzeug bleibt erlaubt

Spotify betont zugleich, dass sich die neuen Regeln ausschließlich auf künstlich geschaffene Künstleridentitäten beziehen. Musiker, die bei der Produktion ihrer Werke KI-Tools nutzen, seien davon nicht automatisch betroffen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im kreativen Prozess allein mache einen menschlichen Künstler also noch nicht zu einer AI Persona.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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