Weitere Anklage nach Tötung einer Augsburger Mutter
Im Fall der getöteten dreifachen Mutter aus Augsburg hat die Staatsanwaltschaft nun einen weiteren Verdächtigen angeklagt. Dabei handelt es sich um den 43 Jahre alten früheren Partner der Frau. Nach Angaben des Augsburger Landgerichts wird ihm Anstiftung zum Mord sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Ein Termin für den Prozess steht bislang noch nicht fest.
Bereits im Juni war ein 30-Jähriger in dem Fall zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht wertete die Tat als Auftragsmord. Nach den Feststellungen der Strafkammer hatte der Mann die 30-jährige Frau im Mai 2025 in ihrer Wohnung mit vier Schüssen in den Kopf getötet. Zwei ihrer drei kleinen Kinder befanden sich dabei in der Wohnung und wurden Zeugen des Geschehens.
Der verurteilte 30-Jährige ist der Ziehsohn des nun angeklagten 43-Jährigen. Beide sind deutsche Staatsbürger. Im ersten Verfahren war das Gericht zu der Einschätzung gekommen, dass der Ex-Partner der Frau den Mord aus Eifersucht nach der Trennung in Auftrag gegeben habe. Nach der Urteilsbegründung soll er die Tatwaffe samt Munition beschafft und dem Täter 1.000 Euro als Gegenleistung versprochen haben.
Nach erster Zeugenaussage später in Untersuchungshaft
Zunächst war der 43-Jährige im ersten Prozess noch als Zeuge gehört worden. Nach den dort gewonnenen Erkenntnissen wurde er wenig später selbst in Untersuchungshaft genommen. Sollte er wegen Anstiftung zum Mord verurteilt werden, droht auch ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Die Verteidigung des bereits verurteilten 30-Jährigen hatte in dem Verfahren einen Freispruch verlangt und Rechtsmittel beim Bundesgerichtshof eingelegt. Zudem stellte das Gericht eine besondere Schwere der Schuld fest. Falls das Urteil rechtskräftig wird, wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren deutlich erschwert.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber