Ai Weiwei zeigt in Sydney 500 Helme als Kunstinstallation
Vor dem Museum of Contemporary Art Australia in Sydney ist eine neue Arbeit des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zu sehen: 500 Kampfstahlhelme aus Gusseisen, die wie Pilze aus dem Boden zu wachsen scheinen. Die etwa 40 Meter lange Installation mit dem Titel „Mushrooms“ wurde auf der Grünfläche Tallawoladah Law mit Blick auf den berühmten Hafen eröffnet.
Die Helme sind in zehn exakt angeordneten Reihen auf einer erhöhten Plattform aufgestellt. Ein Mittelweg führt Besucher direkt durch das Werk hindurch. Bei den Objekten handelt es sich um Nachbildungen unterschiedlicher militärischer Schutzhelme aus dem 20. Jahrhundert, inklusive der inneren Polsterung. Damit verweist die Arbeit zugleich auf Schutz und auf die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens.
Bezug zur deutschen Ukraine-Politik
Nach Angaben des Museums knüpft die Installation an ein viel diskutiertes Kapitel der deutschen Haltung im Ukraine-Krieg an. Auslöser für das Werk war demnach die Entscheidung der Bundesregierung, der Ukraine zu Beginn des Jahres 2022 rund 5000 Schutzhelme zu liefern.
Diese Lieferung stieß damals auf scharfe Kritik und wurde für viele zum Sinnbild einer als zu zögerlich empfundenen deutschen Unterstützung. Der Bürgermeister von Kiew und frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko hatte die Ankündigung seinerzeit verspottet und gefragt, ob Deutschland als Nächstes etwa Kopfkissen schicken wolle.
Warum „Mushrooms“?
Der Titel bezieht sich laut Ai Weiwei nicht nur auf die Form der Helme, die an Pilze erinnert. Pilze stünden auch dafür, Verfall in neues Leben zu verwandeln und Wachstum selbst in der Dunkelheit zu ermöglichen. Gleichzeitig wecke das Wort Assoziationen an Atompilze. Im Chinesischen könne der Begriff außerdem für endlose Verzögerungen stehen.

Ai Weiwei erklärte, er hoffe, dass seine Arbeit Menschen dazu bringe, über Krieg und Frieden nachzudenken. Die Installation ist bis 2028 kostenlos zugänglich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber