Mehrere Waldbrände in England: 19 Gebäude zerstört, mehr als 50 Menschen medizinisch betreut
Nicht nur in vielen Regionen Deutschlands und anderer europäischer Länder, auch in England kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. Allein in den West Midlands gingen am Donnerstag wegen verschiedener Feuer mehr als 1.000 Notrufe ein. Mehrere Häuser wurden durch die Flammen zerstört oder schwer beschädigt.
Als besonders gravierend gilt der Brand in Stourbridge, derzeit einer der schwersten Einsätze in der Region. Der örtliche Feuerwehrchef Simon Tuhill sprach von einem der „schwerwiegendsten“ Vorfälle, mit denen die Feuerwehr dort jemals konfrontiert gewesen sei. Die Zerstörungen seien massiv. Am Nachmittag teilte die Feuerwehr mit, dass 19 Gebäude vollständig zerstört wurden.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden die Brände gleichzeitig in mehreren Gebieten bekämpft. Bereits am Morgen hieß es, dass dabei Fortschritte erzielt worden seien. Löschfahrzeuge blieben jedoch weiter vor Ort, um unter anderem Glutnester zu bekämpfen und die Gefahr eines erneuten Aufflammens im Blick zu behalten.
Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden. Nach Angaben des lokalen Rettungsdienstes mussten in den West Midlands insgesamt mehr als 50 Menschen medizinisch betreut werden. Zahlreiche Betroffene wurden zudem am Donnerstag ins Krankenhaus gebracht, viele davon wegen einer Rauchgasvergiftung.
Premier: „So sieht der Klimawandel aus“
Der britische Premierminister Andy Burnham fand später deutliche Worte und kündigte Maßnahmen an. Großbritannien sei derzeit wie ein „Pulverfass“, im ganzen Land gebe es mehr als 30 schwelende Brände, sagte der Labour-Politiker laut der Nachrichtenagentur PA bei einem Besuch in Stourbridge.
Wenig später erklärte Burnham in einem Video auf der Plattform X: „So sieht der Klimawandel aus, hier und jetzt.“ Die aktuellen Vorfälle dürften nicht als „neue Normalität“ hingenommen werden. Nach Angaben von PA kündigte er ein vorübergehendes Verbot von Einweggrills an. Außerdem forderte er Unterstützung durch das Militär an und gab bekannt, Löschflugzeuge beschaffen zu wollen. Zudem solle die Regierung Pläne für eine finanzielle Soforthilfe für die Feuerwehren ausarbeiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber