Ätna-Asche legt Siziliens Tourismus in der Hauptsaison lahm
Der Ätna sorgt auf Sizilien mitten in der Ferienzeit weiterhin für erhebliche Probleme. Seit mehr als einer Woche beeinträchtigen Aschewolken des Vulkans den Flugverkehr massiv. Der Flughafen Catania bleibt mindestens bis Samstag, 2.00 Uhr, geschlossen. Eine weitere Verlängerung des Flugverbots ist möglich, weil bislang kein Ende der vulkanischen Aktivität in Sicht ist.
Die Folgen treffen inzwischen auch die Tourismusbranche der Mittelmeerinsel spürbar. Nach Angaben von Hotels, Reisebüros und weiteren Anbietern geht es längst nicht mehr nur um Urlauber, die bereits auf Sizilien festsitzen. Zunehmend werden auch Reisen für die kommenden Tage und sogar Wochen abgesagt. Viele potenzielle Gäste befürchten weitere Flugprobleme und verzichten deshalb auf ihre geplante Reise.
Zahlreiche Absagen – Hotels reagieren mit Preisnachlässen
Vor allem in den beliebten Urlaubsorten Taormina und Syrakus nahe Catania bleiben in der Hochsaison Zimmer ungebucht. Gerhard Schuler vom Hotelverband Federalberghi Taormina sagte der Zeitung La Repubblica, es habe sehr viele kurzfristige Stornierungen gegeben. Um doch noch Gäste anzulocken, hätten manche Betriebe ihre Preise bereits gesenkt. Die Lage sei derzeit äußerst schwierig.
Taxi-Fahrten teuer, Züge überfüllt
Seit dem Beginn des Ausbruchs vor rund einer Woche wurden Hunderte Flüge abgesagt, verspätet oder auf andere Flughäfen umgeleitet. Der Betreiber des Flughafens Catania, SAC, teilte mit, dass vom 6. bis 12. August etwa 36 Prozent aller für Catania geplanten Flüge gestrichen wurden. Nach Einschätzung von SAC sind die Auswirkungen auf die Flughafeninfrastruktur die schwersten seit 20 Jahren. Ausschlaggebend seien vor allem die Dauer des Ascheausstoßes und die Windverhältnisse.
Viele Reisende sitzen deshalb ausgerechnet in der wichtigsten Reisewoche fest. Zwar heben einige Maschinen von anderen Flughäfen der Insel ab, zudem bestehen Bahnverbindungen zum italienischen Festland. Dennoch ist von langen Wartezeiten, sehr hohen Taxikosten und überfüllten beziehungsweise ausgebuchten Zügen die Rede.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber