Sebastian Hoeneß reagiert weiter entspannt auf Berichte über ein mögliches Interesse von Real Madrid. Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg am Donnerstagabend (20.45 Uhr/ARD und Sky) betonte der 43-Jährige, dass ihn die Spekulationen kaum beschäftigten. Sein voller Fokus liege auf dem VfB Stuttgart – und auf der Chance, zum zweiten Mal in Serie ins Endspiel in Berlin einzuziehen.
Berlin als Sehnsuchtsort für den Titelverteidiger
Die Erinnerungen an den Pokalsieg im vergangenen Jahr treiben den VfB an. Hoeneß machte deutlich, wie groß die Vorfreude auf eine mögliche Rückkehr ins Olympiastadion ist.
„Allein das Erlebnis für uns alle, in Berlin zu sein, war großartig. Den Pokal dann auch in die Luft zu heben, war grandios und werden wir nie vergessen. Deswegen wollen wir das wieder haben“, sagte Hoeneß.
Der Trainer sprach von großer Gier innerhalb der Mannschaft. Titel zu gewinnen sei „das Nonplusultra im Profifußball“. Die Stuttgarter hätten zuletzt gespürt, was ein solcher Erfolg mit einem Team auslösen könne.
Mit einem Erfolg gegen Freiburg könnte der VfB erstmals in der Vereinsgeschichte zweimal nacheinander das DFB-Pokalfinale erreichen.
Real Madrid? „Same procedure as every year“
Zuvor hatte die Sport Bild berichtet, dass Hoeneß in Madrid als möglicher Kandidat für die Trainerfrage gehandelt werde. Konkrete Gespräche mit dem Coach oder dem VfB soll es bislang aber nicht gegeben haben.
Hoeneß selbst blieb bei dem Thema gelassen.
„Das bewegt mich jetzt nicht so sehr. Same procedure as every year, würde ich sagen.“
Er verwies darauf, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder ähnliche Gerüchte gegeben habe. An seiner Haltung habe sich nichts geändert, Zweifel habe er dabei nie aufkommen lassen.
Auch seine jüngste Aussage, in der kommenden Saison gerne ein Champions-League-Spiel in Madrid erleben zu wollen, sei nicht als versteckte Botschaft zu verstehen gewesen. Vielmehr habe er auf die Ziele des VfB im Saisonendspurt geantwortet.
„Diesen Moment am Saisonende einen Titel in der Hand zu haben, der ist Wahnsinn“, sagte Hoeneß. Champions-League-Spiele „in Madrid oder wo auch immer“ seien aber ebenfalls reizvoll. „Deswegen möchte ich am liebsten beides.“
Erfolgreiche Entwicklung in Stuttgart
Hoeneß hatte seinen Vertrag beim VfB vor etwas mehr als einem Jahr bis 2028 verlängert. Schon damals war über mögliche andere Stationen spekuliert worden, unter anderem RB Leipzig. Seit April 2023 steht er in Stuttgart an der Seitenlinie.
Unter seiner Führung entwickelte sich der frühere Abstiegskandidat zu einer Mannschaft, die um Titel spielt. 2025 gewann der VfB mit dem DFB-Pokal die erste große Trophäe seit der Meisterschaft 2007. Auch in der Bundesliga mischen die Schwaben in dieser Saison weit vorne mit – wenn auch mit deutlichem Abstand zum FC Bayern.
Freiburg reist mit Selbstvertrauen an
Einfache Motivationshilfen braucht Hoeneß vor dem Halbfinale nach eigener Einschätzung nicht. Mit dem SC Freiburg wartet ein formstarker Landesrivale, der mit viel Selbstvertrauen nach Stuttgart kommt.
Aus den vergangenen sieben Pflichtspielen holten die Badener sechs Siege. Zudem darf Freiburg laut Ausgangslage weiter von zwei großen Endspielen träumen: vom DFB-Pokalfinale am 23. Mai und vom Europa-League-Finale am 20. Mai in Istanbul.
Trotzdem geht der VfB als leichter Favorit in die Partie. Anders als noch vor einem Jahr würde ein Pokalsieg diesmal nicht über eine wechselhafte Bundesliga-Saison hinwegtäuschen – Stuttgart gehört inzwischen stabil zur Spitzengruppe.
Mittelstädt erinnert sich an emotionale Momente
Auch bei Maximilian Mittelstädt sind die Erinnerungen an den Weg nach Berlin noch präsent. Der Nationalspieler hatte nach dem Halbfinalsieg im Vorjahr gegen Leipzig (3:1) besonders emotional reagiert.
„Nach dem Jahr glaube ich auch, dass wir es uns verdient hätten, so ein Finale zu spielen“, sagte Mittelstädt bei Sky.
Für den gebürtigen Berliner war der Titelgewinn in seiner Heimatstadt „einer der emotionalsten Momente“ seiner Karriere, vielleicht sogar der emotionalste.
Erinnerungen an eine lange Pokalnacht
Hoeneß tat sich schwer, einen einzelnen Moment des Triumphs herauszuheben. Der Jubel im Stadion mit Mannschaft und Familie, die Sektdusche, das Festbankett an der Spree sowie später der Autokorso und der Empfang auf dem Schlossplatz in Stuttgart hätten sich tief eingeprägt.
Rein sportlich sei es für ihn etwas Besonderes gewesen, den Pokal selbst mit der Mannschaft in die Höhe zu stemmen. In den Jahren zuvor habe er sich oft gefragt, wie es sich anfühlen müsse, als Trainer genau diesen Moment zu erleben.
Der VfB will dieses Gefühl nun unbedingt noch einmal zurückholen – unabhängig davon, welche Gerüchte gerade rund um seinen Coach kursieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion