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Fund bei Venedig: Riesiger Süßwasser-See im Untergrund

Gigantischer Süßwasser-Schatz unter Venedig entdeckt – kann dieser verborgene See Europas nächste Wasserkrise abfedern?

05.10.2026, 10:38 Uhr

In der norditalienischen Küstenzone nahe Venedig ist Forschenden zufolge ein außergewöhnlich großes Vorkommen eingeschlossenen Süßwassers entdeckt worden. Nach Angaben des Consorzio di Bonifica Adige Euganeo erstreckt sich der unterirdische Speicher über etwa 25.000 bis 30.000 Hektar. Projektleiter und Ingenieur Lorenzo Frison vergleicht die Ausdehnung mit der Fläche des Gardasees.

Von Lehmschichten geschütztes Süßwasserreservoir

Frison beschreibt den Fund als eine Art unterirdischen See. Es handelt sich demnach um Süßwasser, das in tieferen wasserführenden Gesteinsschichten eingeschlossen ist. Geschützt wird es durch dichte Lehm- und Tonschichten, die wie ein natürlicher Schwamm oder eine Barriere wirken.

Gerade deshalb scheint das Vorkommen bislang deutlich weniger vom zunehmenden Eindringen von Salzwasser betroffen zu sein. In der Region nimmt die Versalzung seit Jahren zu, unter anderem weil Meerwasser in Flüsse vordringt. Als ein möglicher Zusammenhang gilt auch der Klimawandel, da viele Flüsse weniger Wasser führen als früher.

Die Forschenden betonen, dass das oberflächennahe Grundwasser bereits stark belastet ist. In rund sieben Metern Tiefe liege der Salzgehalt bei etwa 14 Gramm pro Liter. Das sei zwar deutlich weniger als bei Meerwasser mit rund 35 Gramm pro Liter, für viele landwirtschaftliche Kulturen jedoch weiterhin problematisch.

Forschung im Rahmen von SWAMrisk

Die neuen Erkenntnisse gehen auf das europäische Forschungsprojekt SWAMrisk zurück, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kroatien beteiligt waren. Ziel des Projekts war es, die Folgen des Klimawandels für küstennahe Grundwassersysteme an der Adria besser zu verstehen. Im Mittelpunkt standen dabei die Risiken von Dürren, das Vordringen von Salzwasser und die langfristige Sicherung der Wasserversorgung.

Noch offen ist allerdings, wie groß das tatsächlich verfügbare Wasservolumen in dem Reservoir ist und ob beziehungsweise in welchem Umfang es künftig genutzt werden kann.

Hoffnungen in Venetien

In der Region löste die Entdeckung große Erwartungen aus. Matteo Baldan, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Fratelli d’Italia im Regionalrat von Venetien, sprach von einem bedeutenden Fund. Er könne für ein großes Gebiet wichtig werden und dabei helfen, künftige Wasserengpässe besser zu bewältigen – auch in der Landwirtschaft.

Zugleich mahnte Baldan weitere Untersuchungen an. Nun müsse geklärt werden, ob und wie sich die mögliche Ressource umweltschonend nutzen lasse, ohne das empfindliche hydrogeologische Gleichgewicht der Region zu stören.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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