Deutschlands Freibäder kämpfen weiter mit Personalmangel
Zum Start der Freibadsaison fehlt in vielen Schwimmbädern in Deutschland weiterhin Aufsichtspersonal. Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, der Fachkräftemangel sei nach wie vor groß. Als Ursachen nannte er die Folgen der Corona-Pandemie sowie zahlreiche Beschäftigte aus den geburtenstarken Jahrgängen, die inzwischen in den Ruhestand gehen.
Nach Harzheims Worten können die frei werdenden Stellen derzeit mit dem vorhandenen Ausbildungsnachwuchs nicht ausreichend ersetzt werden. Zwar gebe es Anzeichen für eine leichte Besserung, dennoch müsse mehr dafür getan werden, den Beruf attraktiver zu machen.
Umfrage zeigt große Lücken beim Personal
Wie aus einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen unter 94 Betreibern hervorgeht, ist die Personalsituation vielerorts angespannt. Anfang Mai waren demnach lediglich 58 Prozent der offenen Stellen besetzt. Fast jedes dritte Schwimmbad meldete noch einen Personalbedarf im zweistelligen Bereich. Jeder zehnte Betreiber erklärte sogar, dass mehr als 30 Prozent der Stellen unbesetzt seien.
Für Badegäste kann das spürbare Folgen haben. Laut Harzheim müssen manche Bäder wegen des fehlenden Personals zeitweise schließen oder öffnen gar nicht erst. Zudem seien vielerorts kürzere Öffnungszeiten nötig. Statt an sieben Tagen pro Woche könnten manche Anlagen nur an fünf Tagen öffnen, und auch die tägliche Betriebszeit müsse teilweise reduziert werden. Grund dafür seien nicht zuletzt die gesetzlichen Vorgaben zu Arbeitszeiten.

Nicht nur Personal, auch Geld fehlt
Neben dem Mangel an Fachkräften spielt nach Harzheims Einschätzung auch die finanzielle Lage vieler Bäder eine wichtige Rolle. Einige Einrichtungen könnten deshalb nur eingeschränkt betrieben werden oder blieben ganz geschlossen. Er appellierte an Bund und Länder, die Kommunen stärker zu unterstützen. Nötig sei vor allem eine verlässliche, dauerhafte Finanzierung, um die laufenden Betriebskosten der Bäder zu sichern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion