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Schock-Hack auf Kliniken: Tausende Patientendaten weg

Daten-Schock in deutschen Kliniken: Hacker knackten einen Dienstleister und erbeuteten Zehntausende Patientendaten.

22.05.2026, 17:10 Uhr

Zehntausende Patientendaten nach Cyberangriff auf Klinik-Dienstleister entwendet

Bei einer Cyberattacke auf einen externen Abrechnungsdienstleister zahlreicher Krankenhäuser in Deutschland sind Daten von Zehntausenden Patientinnen und Patienten gestohlen worden. Betroffen sind unter anderem Kliniken in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Das angegriffene Unternehmen Unimed aus Wadern im Saarland erklärte, man bedaure den Vorfall und nehme ihn sehr ernst. Zugleich verwies der Dienstleister darauf, dass man sich der möglichen Folgen für Kunden und Patienten bewusst sei. Nach Unternehmensangaben ereignete sich der Angriff bereits Mitte April. Der Abrechnungsservice habe kurz darauf wieder vollständig gearbeitet.

Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die Angreifer offenbar das gesamte System verschlüsseln. Dazu sei es jedoch nicht gekommen. Noch bevor der Angriff vollständig abgewehrt werden konnte, seien allerdings Daten abgeflossen. Laut einem Sprecher von Unimed betrifft der Vorfall ausschließlich Privatpatienten sowie Selbstzahler.

Betroffene Fälle in mehreren Bundesländern

Die Zahl der Betroffenen ist hoch. Allein die Uniklinik Köln sprach von 30.000 betroffenen Personen. Das Universitätsklinikum Düsseldorf meldete mehr als 3.000 Fälle. In Baden-Württemberg wurden nach Angaben der dortigen Universitätskliniken Daten von über 72.000 Patientinnen und Patienten aus Freiburg, Ulm, Heidelberg und Tübingen erbeutet.

Auch das Universitätsklinikum des Saarlands ist betroffen und bezifferte die Zahl auf rund 1.200 Fälle. Die Mainzer Universitätsmedizin, die einzige Uniklinik in Rheinland-Pfalz, nannte bis zu 2.764 betroffene Patientinnen und Patienten mit privater Zusatzversicherung oder als Selbstzahler.

Die Unimedizin Mainz verurteilte den Vorfall scharf. Gesundheitsdaten zählten zu den sensibelsten persönlichen Informationen überhaupt, weshalb der Angriff auf den externen Dienstleister einen besonders gravierenden Eingriff für die Betroffenen darstelle.

Der Dienstleister übernimmt für zahlreiche Kliniken in Deutschland die Abrechnung von Leistungen für privat versicherte Patienten sowie für wahlärztliche Behandlungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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