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Schock in China: Acht Tote bei Minenunglück

Drama in Chinas Kohlemine: Dutzende sitzen weiter fest – jetzt läuft ein verzweifelter Rettungseinsatz.

23.05.2026, 02:09 Uhr

Nach der Gasexplosion in einer Kohlemine in der nordchinesischen Provinz Shanxi sind nach Angaben chinesischer Staatsmedien inzwischen mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Ob noch weitere Bergleute in dem Stollen eingeschlossen sind, ist weiterhin unklar. Damit könnte die Zahl der Todesopfer noch weiter steigen.

Das Unglück gilt als das schwerste Minenunglück in China seit mehr als 16 Jahren. Zuletzt kamen 2009 bei einer Explosion in einer Kohlemine in der Provinz Heilongjiang nahe der russischen Grenze 108 Menschen ums Leben.

Die Explosion ereignete sich bereits am Freitagabend in einem Bergwerk im Landkreis Qinyuan, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Nach aktuellem Stand befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion 247 Menschen unter Tage. Chinesischen Berichten zufolge wurde die Mine im Dreischichtsystem betrieben; das Unglück soll sich während eines Schichtwechsels ereignet haben.

Die Rettungsarbeiten dauern auch mehr als 20 Stunden nach dem Unglück unter Hochdruck an. Nach Medienangaben sind rund 750 Einsatzkräfte im Einsatz. Viele der Verletzten, die in umliegenden Krankenhäusern behandelt werden, sollen demnach vor allem durch Giftgase geschädigt worden sein.

Weiter offen ist, wie viele Menschen tatsächlich bereits geborgen wurden. Am Samstagmorgen hatten Berichte zunächst von insgesamt 201 aus der Mine geholten Menschen gesprochen, darunter acht Tote. Warum die Zahl der Todesopfer später so deutlich nach oben korrigiert wurde, blieb zunächst unklar. Damit sind weiterhin viele Fragen zum genauen Ablauf des Unglücks offen.

Die Ursache der Explosion ist weiterhin ungeklärt und wird untersucht. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte laut Xinhua eine gründliche Aufklärung des Unglücks. Verantwortliche müssten nach den geltenden Gesetzen zur Rechenschaft gezogen werden. Ministerpräsident Li Qiang kündigte zudem strengere landesweite Kontrollen bei der Arbeitssicherheit und zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen an.

Nach bisherigem Kenntnisstand wurden zwei Personen von den Behörden in Gewahrsam genommen, darunter der Betreiber der Mine.

Chinesischen Berichten zufolge verfügt das Bergwerk über sechs Schächte und eine Produktionskapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Staatszeitung The Paper schrieb, die örtlichen Behörden hätten die Anlage als Mine mit „hoher Gasbelastung“ eingestuft. Gemeint ist damit offenbar ein erhöhter Gehalt an leicht entzündlichem Methan, das sich in Kohleminen ansammeln kann. Ob daraus konkrete zusätzliche Sicherheitsauflagen folgten, ist bislang unklar.

Die Provinz Shanxi zählt zu den wichtigsten Zentren der chinesischen Kohleindustrie. Obwohl China in den vergangenen Jahren den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben hat, deckt Kohle noch immer etwas mehr als die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs des Landes.

Zugleich ist die Kohlebranche in Shanxi seit langem für mangelhafte Sicherheitsstandards bekannt. Zwar hat sich die Umsetzung von Sicherheitsvorgaben in den vergangenen Jahren verbessert, dennoch kommt es in China weiterhin zu schweren Grubenunglücken mit vielen Todesopfern.

Das letzte größere Minenunglück in China ereignete sich Anfang 2023 in der Inneren Mongolei. Damals starben nach chinesischen Staatsmedien 53 Menschen bei einem Mineneinsturz. In der Folge verschärfte die Zentralregierung in Peking die Sicherheitsauflagen für den Kohlebergbau.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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