Kölner Oper und Schauspielhaus nach jahrelanger Sanierung feierlich wieder eröffnet
Nach 14 Jahren Bauzeit und Kosten von deutlich mehr als einer Milliarde Euro sind die Kölner Oper und das Schauspielhaus am Abend mit einem Festakt erneut eröffnet worden. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sagte, die lange Wartezeit sei nun tatsächlich vorbei. Zugleich bat er die Kölnerinnen und Kölner um Entschuldigung für Fehler, die es im Verlauf des Projekts gegeben habe.
Auch Opern-Intendant Hein Mulders sprach von einem besonderen Augenblick. Nach so vielen Jahren sei es kaum zu glauben, dass das Haus nun wirklich fertig sei. Im Publikum säßen sogar Menschen, die nicht mehr damit gerechnet hätten.
Burmester erinnerte daran, dass das 1957 eingeweihte Opernhaus des Architekten Wilhelm Riphahn für die junge Demokratie der Nachkriegszeit stehe. Das Gebäude verkörpere die Idee, Kultur für alle zugänglich zu machen und nicht nur für wenige Privilegierte. Deshalb gebe es dort keine abgetrennten Logen, sondern gleichwertige Plätze für alle Besucherinnen und Besucher. Die Oper sei als offener Ort für die gesamte Stadtgesellschaft gedacht gewesen – als ein Raum der Musik für alle und nicht als exklusiver Elitenbau.
NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU) nannte die Wiedereröffnung von Oper, Schauspielhaus, kleinem Haus und Kinderoper einen wichtigen und erfreulichen Tag für Köln und das Land Nordrhein-Westfalen. Schauspiel-Intendant Kay Voges betonte, das Kölner Theater werde trotz des repräsentativen Gebäudes im Herzen der Stadt nicht angepasst oder bieder werden. Man wolle auch künftig mutig und experimentierfreudig bleiben.
In den vergangenen Jahren war das Schauspiel auf einem ehemaligen Fabrikareal im multikulturell geprägten Stadtteil Mülheim untergebracht. Dort konnte das Haus nach eigenen Angaben auch ein neues und jüngeres Publikum gewinnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber