Alle fünf eingeschlossenen Goldsucher in Laos in Sicherheit
Die Erleichterung in Laos ist groß: Die vier zuletzt noch in einer überfluteten Höhle festsitzenden Goldsucher haben am Samstagnachmittag (Ortszeit) selbstständig den Ausgang erreicht. Das sagte der an der Rettungsmission beteiligte australische Höhlentaucher Josh Richards der Deutschen Presse-Agentur.
Damit sind nun alle fünf Männer, die lebend in der abgelegenen Provinz Xaisomboun entdeckt worden waren, in Sicherheit. Ein erster Goldsucher war bereits am Freitagabend geborgen worden. Die Gruppe war am Mittwoch in einer Kammer mehrere Hundert Meter vom Höhleneingang entfernt gefunden worden, nachdem sie vor rund zehn Tagen durch Monsunregen, Überschwemmungen und einen Erdrutsch eingeschlossen worden war.
Unerwartete Wende bei der Rettung
Noch am Morgen hatte Richards gesagt, das Risiko für weitere Bergungsversuche sei derzeit zu hoch. Die Gefahren in den engen, teils vollständig überfluteten Tunneln sollten zunächst verringert werden. Wenige Stunden später nahm die Lage jedoch eine überraschende Wendung: Die vier Männer kamen unter dem Jubel der Helfer aus eigener Kraft aus dem Berg.
„Sie haben es ganz alleine geschafft – wir waren gerade dabei, Wasser abzupumpen und standen vor der Höhle“, sagte Richards. Eigentlich habe er selbst erneut in die Höhle gehen wollen, als die Männer plötzlich am Ausgang auftauchten.
Gesunkener Wasserstand wohl entscheidend
Wie genau die Goldsucher die extrem schmalen und von scharfem Gestein geprägten Passagen überwinden konnten, war zunächst unklar. Offenbar war der Wasserstand inzwischen so weit gesunken, dass sie nicht mehr durch längere Abschnitte tauchen mussten.
Gerade diese komplett gefluteten Engstellen galten zuvor als größtes Problem der Rettungsaktion. Die Männer hatten keinerlei Taucherfahrung, zudem war das Wasser trüb und sehr kalt. An vielen Stellen konnten selbst erfahrene Retter nur kriechend und zentimeterweise vorankommen.
Gesundheitszustand zunächst offen
Die vier nun befreiten Goldsucher wurden auf Tragen zu Krankenwagen gebracht und werden medizinisch untersucht. Wie ihr Zustand genau ist, war zunächst nicht bekannt. Rettungskräfte hatten bereits zuvor berichtet, dass einige der Eingeschlossenen unter Hautproblemen durch die ständige Feuchtigkeit litten, andere unter Magen-Darm-Beschwerden.
Auch die Luft in der Kammer und in den engen Tunneln galt als schlecht. Berichten zufolge hatten die Männer ihren Angehörigen schon vor Tagen mitgeteilt, dass sie unter den Bedingungen nicht mehr lange durchhalten könnten.
Der erste gerettete Goldsucher war bereits am Freitag aus der Höhle gebracht worden. Auf Aufnahmen war zu sehen, wie er durch einen schmalen, mit braunem Wasser gefüllten Gang geführt wurde.
Internationale Helfer im Einsatz
An der Rettungsmission waren Spezialisten aus mehreren Ländern beteiligt. Richards hatte zuvor auch auf die große Erschöpfung vieler Einsatzkräfte hingewiesen. Besonders der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der die Rettung des ersten Mannes leitete, galt nach dem Einsatz als völlig erschöpft. Paasi war schon 2018 an der spektakulären Rettung einer Jugend-Fußballmannschaft aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand beteiligt.
Suche nach zwei Vermissten geht weiter
Trotz des glücklichen Ausgangs für die fünf Überlebenden ist der Einsatz noch nicht beendet. Zwei weitere Männer werden weiterhin vermisst. Nach Angaben der Helfer ist ein Großteil des weit verzweigten Höhlensystems bereits durchsucht worden, bislang jedoch ohne jede Spur der beiden Vermissten. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, ist gering.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber