Starkes Erdbeben erschüttert Neapel und Umgebung
Die süditalienische Metropole Neapel und das Umland sind am frühen Morgen von einem kräftigen Erdbeben getroffen worden. Kurz vor 6.00 Uhr rissen heftige Erdstöße zahlreiche Menschen aus dem Schlaf. Viele verließen aus Angst ihre Häuser und Wohnungen und flüchteten auf die Straßen. Nach offiziellen Angaben lag das Zentrum des Bebens in den Phlegräischen Feldern, einem sogenannten Supervulkan westlich der Stadt, der sich bis ins Mittelmeer erstreckt. Größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ereigneten sich die stärksten Erschütterungen um 5.51 Uhr und erreichten eine Magnitude von 4,4. Die Bebenserie zog sich demnach über etwa eine halbe Stunde hin. Damit zählt das Ereignis zu den stärksten Erschütterungen der vergangenen Jahre in der Region. Bewohner berichteten von stark wackelnden Möbeln und einem ungewöhnlich langen Beben.
Berufsverkehr am Morgen durch Beben beeinträchtigt
Die Phlegräischen Felder gelten als Gebiet mit intensiver vulkanischer Aktivität. Dort kommt es seit längerer Zeit immer wieder zu zahlreichen kleineren, teils aber auch stärkeren Erdbeben. Erst vor einem Jahr wurde in den Campi Flegrei ein Beben der Stärke 4,6 registriert – so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Experten warnen seit Langem, dass in dem Gebiet künftig auch deutlich heftigere Erschütterungen möglich sind, ohne dass sich deren Zeitpunkt vorhersagen lässt.
Das Epizentrum des aktuellen Bebens lag im Meer zwischen den Vororten Pozzuoli und Bacoli. Die Erdstöße waren in mehreren Stadtteilen Neapels deutlich zu spüren. Aus Sicherheitsgründen blieben am Donnerstag mehrere Schulen geschlossen. Zudem wurde der Nahverkehr am Morgen beeinträchtigt: Zahlreiche Zugverbindungen fielen aus, weil Strecken vorsorglich gesperrt wurden.
An einigen Gebäuden wurden neue Risse festgestellt. An einem Aussichtspunkt mit Blick über die Bucht von Neapel stürzte ein Torbogen teilweise ein. In Neapel und dem angrenzenden Ballungsraum leben rund drei Millionen Menschen. Die Stadt liegt am Fuß des Vesuvs, der jedoch nicht mit den Phlegräischen Feldern verbunden ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion