Wirtschaft

Europaweite Klagewelle gegen Finanzwerbung bei Google & Co.

Fake-Shops, Finanzcoaches, schnelle Millionen: Hinter vielen Netz-Angeboten steckt Betrug – Plattformen unter Druck.

21.05.2026, 09:42 Uhr

Beschwerden gegen Google, Meta und TikTok wegen Finanzbetrugs-Werbung

Verbraucherschützer in Europa werfen Google, Meta und TikTok vor, unzureichend gegen betrügerische Werbung für Finanzprodukte vorzugehen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der europäische Dachverband BEUC sowie mehr als zwei Dutzend weitere Organisationen haben deshalb nach eigenen Angaben Beschwerden bei der EU-Kommission und bei nationalen Aufsichtsstellen eingereicht.

Im Fokus stehen Werbeanzeigen, die etwa mit angeblich sicheren Geldanlagen, überhöhten Gewinnversprechen oder fragwürdigen Finanz-Coachings werben. Nach Einschätzung des vzbv besteht die Gefahr, dass Verbraucher dadurch auf Betrugsmodelle hereinfallen.

Nur ein kleiner Teil entfernt

Zwischen Dezember 2025 und März 2026 seien fast 900 verdächtige Anzeigen gemeldet worden. Entfernt worden sei jedoch nur etwas mehr als jede vierte Anzeige, nämlich 27 Prozent. Bei 52 Prozent der Meldungen hätten die Plattformen nach Angaben der Organisationen nicht reagiert oder die Hinweise zurückgewiesen.

vzbv-Chefin Ramona Pop kritisierte, die Online-Plattformen würden nicht entschieden genug gegen solche betrügerischen Angebote vorgehen. Das müsse sich dringend ändern. Unternehmen müssten sicherstellen, dass Nutzer nicht über ihre Dienste zu Opfern von Betrug würden.

Zusätzlich bereitet der vzbv eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur vor. Die beteiligten Organisationen verlangen, dass die Plattformen stärker an die Regeln des europäischen Digital Services Act (DSA) gebunden werden. Bei Verstößen müsse es aus ihrer Sicht spürbare Konsequenzen bis hin zu Geldstrafen geben.

Ramona Pop
Ramona Pop: «Google, Meta und TikTok gehen nicht ausreichend gegen Werbung für betrügerische Angebote wie Fakeshops oder unseriöse Finanz-Coachings vor.» (Archivbild) Quelle: Britta Pedersen/dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen