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Antarktis: Dramatische Rettung für US-Forscher

Notfall am Ende der Welt: Bei minus 43 Grad wagt ein Spezialteam einen der riskantesten Rettungsflüge der Antarktis.

07.08.2026, 12:03 Uhr

Mitten im antarktischen Winter ist einem australischen Spezialteam eine seltene Rettungsaktion gelungen: Trotz Temperaturen von bis zu minus 43 Grad wurde ein US-Wissenschaftler aus der Antarktis ausgeflogen. Darüber berichtete der Sender ABC unter Berufung auf das australische Luftfahrtunternehmen Skytraders.

Ein Airbus A319 mit dem Rufzeichen „Snowbird 1“ war demnach nach einem dringenden Notruf Ende Juli aus Hobart im australischen Bundesstaat Tasmanien gestartet. Ziel war es, den erkrankten Forscher in Sicherheit zu bringen. Welche medizinische Ursache hinter dem Notfall stand, wurde nicht mitgeteilt.

Ein erster Anlauf musste wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben werden. Später nutzte die Besatzung ein kurzes günstiges Wetterfenster und setzte nach etwa fünfeinhalb Stunden Flug in völliger Dunkelheit auf der US-Station McMurdo auf.

Weiterflug nach Neuseeland

Nachdem der Patient an Bord genommen worden war, flog die Maschine noch am selben Tag weiter nach Christchurch in Neuseeland. Dort wurde der Wissenschaftler in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der US National Science Foundation war sein Zustand ernst.

Pilot Al Wallach betonte, jeder Einsatz in der Antarktis verlange äußerste Genauigkeit, Winterflüge seien jedoch noch deutlich anspruchsvoller. Die Bedingungen hätten sich am Rand dessen bewegt, was selbst mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen noch machbar sei. Ausschlaggebend für das Gelingen seien eine jahrelange Vorbereitung sowie das enge Zusammenspiel von Piloten, Wetterexperten, Einsatzplanern, Bodencrews und Medizinern gewesen.

Australische Antarktis-Rettung
Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsstation in der Antarktis. Quelle: Uncredited/U.S. National Science Foundation/AP/dpa

Einsätze im Polarwinter sind eine Ausnahme

Das Australian Antarctic Program verwendet denselben Airbus normalerweise für Versorgungsflüge zwischen Hobart und dem Flugfeld Wilkins in der Antarktis. Im antarktischen Winter wird der reguläre Flugbetrieb dort wegen der extremen Bedingungen jedoch eingestellt. Rettungsmissionen in dieser Jahreszeit sind deshalb äußerst selten und nur möglich, wenn sich für kurze Zeit ein passendes Wetterfenster öffnet.

Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsbasis auf dem Kontinent. Im Sommer leben und arbeiten dort mehr als 1.000 Menschen. Während des langen Polarwinters bleibt nur eine kleine Mannschaft vor Ort zurück – weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten und oft monatelang ohne reguläre Flugverbindungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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