Kopenhagen will gegen Unsicherheit auf Radwegen vorgehen
Viele Einwohner Kopenhagens beklagen, dass unerfahrene Touristen auf den Radwegen für Probleme sorgen. Nach ihrer Einschätzung fahren manche Besucher mitten auf der Spur, haben Schwierigkeiten beim Abbiegen und sind teils noch nie zuvor Fahrrad gefahren. Zwei Bürgermeister der dänischen Hauptstadt wollen deshalb möglichst bald mit Fahrradverleihern, Tourismusvertretern und Fachleuten für Verkehrssicherheit zusammenkommen.
Andreas Keil, Kopenhagener Bürgermeister für Beschäftigung, Integration und Wirtschaft, betonte, es sei grundsätzlich erfreulich, wenn Besucher die Stadt mit dem Fahrrad erkunden wollten. Das müsse jedoch so organisiert werden, dass die Sicherheit der Menschen gewährleistet bleibe, die das ganze Jahr über in Kopenhagen leben. Wenn sich viele Einwohner durch radelnde Urlauber unsicher fühlten, müsse gehandelt werden, sagte er.
Umfrage: Viele sehen Touristen als Risiko
Aus einer Umfrage aus dem Jahr 2025 im Auftrag des Rats für Verkehrssicherheit geht hervor, dass acht von zehn Kopenhagenern Touristen auf dem Fahrrad als Sicherheitsproblem betrachten. Gleichzeitig berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau über eine weitere Untersuchung für denselben Auftraggeber, wonach auch viele dänische Radfahrer selbst nicht immer die Verkehrsregeln einhalten.
Die Bürgermeister appellierten daher nicht nur an die Verantwortlichen, sondern auch an die Kopenhagener selbst. Für den Rest des Sommers baten sie um mehr Geduld im Umgang mit den Gästen auf zwei Rädern. Neue und ungeübte Radfahrer könnten zwar Ärger verursachen, mit mehr Aufmerksamkeit, Gelassenheit und einem rechtzeitigen Klingelzeichen lasse sich das Miteinander jedoch verbessern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber