Wiederholte Fehlalarme an Luzerner Kapellbrücke: Spinnen als mögliche Ursache
An der berühmten Kapellbrücke in Luzern kommt es immer wieder zu Feueralarmen, doch bislang stellte sich jeder Einsatz der Feuerwehr als Fehlalarm heraus. Nun gibt es einen konkreten Verdacht: Möglicherweise stecken Spinnen dahinter.
Im Fokus steht die sogenannte Brückenkreuzspinne (Larinioides sclopetarius), die sich bevorzugt an Bauwerken in der Nähe von Gewässern aufhält. Nach ersten Erkenntnissen könnten die Tiere in die Brandmelder gelangen und so die Alarmanlagen auslösen.
Guido Hürlimann, der bei der Stadt für den Unterhalt der Bauwerke verantwortlich ist, erklärte gegenüber Keystone-SDA, erste Untersuchungen stützten die Vermutung, dass Spinnen die Ursache seien. Zuvor hatte bereits die „Luzerner Zeitung“ über die rätselhaften Alarme berichtet.
19 Alarme seit Ende Mai
Wie aus der Einsatzübersicht der Feuerwehr hervorgeht, wurde seit Ende Mai bereits 19 Mal Alarm an dem rund 660 Jahre alten Wahrzeichen ausgelöst. Zuletzt rückten die Einsatzkräfte am 1. und 2. August aus. In allen Fällen wurde der Vorfall als „Täuschung“ eingestuft.
Die Brückenspinnen werden etwa einen Zentimeter groß und gelten als ungefährlich. Typisch für sie sind große Radnetze, die sie in der Nähe von Lichtquellen bauen, um dort Insekten zu fangen. Weshalb sie offenbar in die Brandmelder kriechen, ist bislang noch unklar. Aktiv sind die Tiere vor allem vom Frühjahr bis in den Herbst.
Erinnerungen an den Brand von 1993
Jeder Alarm an der überdachten Holzbrücke weckt in Luzern auch Erinnerungen an das Feuer von 1993. Damals wurden rund zwei Drittel des Brückenoberbaus zerstört. Nach Einschätzung der Stadt war eine achtlos weggeworfene Zigarette der Auslöser des Brandes.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber