Mehr als eine Woche nach den schweren Erdbeben in Venezuela haben Einsatzkräfte einen Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums gerettet. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez sprach auf X von einem Tag, an dem das Leben von Hernán Gil gefeiert werde, und dankte den nationalen wie internationalen Helfern für ihren Einsatz.
Berichten zufolge arbeitete Hernán Alberto Gil als Sicherheitsmann im Einkaufszentrum Galerías Playa Grande in der Küstenstadt Maiquetía, als das Gebäude bei den Beben am 24. Juni zusammenbrach. Nach Angaben der Rettungsteams war er in etwa neun Metern Tiefe unter den Trümmern eingeschlossen. Schon einige Tage zuvor hatten die Helfer Kontakt zu ihm herstellen können und ihn über einen Schlauch mit Wasser und anderen lebenswichtigen Gütern versorgt.
Schwierige Rettung unter gefährlichen Bedingungen
Die Bergung wurde zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Wegen der instabilen Bausubstanz, mehrerer Nachbeben und der ständigen Gefahr weiterer Einstürze mussten die Rettungskräfte ihr Vorgehen mehrfach anpassen. Schließlich schufen sie einen neuen Zugang zu dem Verschütteten.
Nach Angaben des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele waren an der Aktion Teams aus Venezuela, El Salvador, Chile, den USA, Portugal, Mexiko und Costa Rica beteiligt.
Videos zeigten, wie Gil schließlich unter dem Applaus von Helfern und Schaulustigen auf einer Trage aus den Trümmern gebracht wurde.
Bukele spricht von einem „Wunder“
Bukele bezeichnete die Rettung im Anschluss als ein „Wunder“. Auf X schrieb er in Großbuchstaben, dass es endlich gelungen sei, Hernán zu retten, und dankte Gott dafür.

Die erfolgreiche Bergung gilt als außergewöhnlich, da die Überlebenschancen von Verschütteten nach internationalen Erfahrungen schon nach wenigen Tagen deutlich sinken. Dennoch suchen die Einsatzkräfte weiter nach möglichen Überlebenden.
Nach den jüngsten Angaben der Behörden kamen bei den Erdbeben inzwischen mindestens 2.295 Menschen ums Leben, mehr als 11.000 wurden verletzt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber