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Zverev marschiert locker in Wimbledons dritte Runde

Zverev marschiert fast mühelos weiter - doch dann wird es plötzlich spannend. Jetzt kämpft er wie Struff ums Achtelfinale.

02.07.2026, 18:20 Uhr

Zverev souverän in Runde drei – Struff liefert Fünfsatz-Krimi ab

Alexander Zverev hat in Wimbledon mit einem überzeugenden und kraftsparenden Auftritt die dritte Runde erreicht und seinen Traum vom bislang besten Abschneiden beim Rasenklassiker bekräftigt. Der French-Open-Champion setzte sich gegen den Franzosen Valentin Royer mit 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) durch und stimmte seine Form für die kommenden Aufgaben positiv ein.

Nach 2:02 Stunden verwandelte der 29-Jährige seinen dritten Matchball. In der nächsten Runde trifft der Hamburger am Samstag auf den Amerikaner Marcos Giron. Auch Jan-Lennard Struff steht in Runde drei und spielt bereits am Freitag gegen Daniil Medwedew um den Einzug ins Achtelfinale.

„Ich liebe Wimbledon. Aber ich warte noch auf die guten Ergebnisse. Wenn ich so weiterspiele, denke ich definitiv, dass es dieses Jahr passieren kann“, sagte Zverev nach dem Sieg. „Zweieinhalb Sätze habe ich beinahe ein perfektes Match gespielt.“

Zverev betonte zudem, wie wichtig solche Auftritte für das Selbstvertrauen seien. Beim Rasen-Klassiker im Südwesten Londons hat er bislang noch nie das Achtelfinale überstanden – bei den anderen drei Grand-Slam-Turnieren stand er dagegen bereits im Endspiel.

Zverev: Wimbledon ist nicht Paris

Trotz seiner starken Form will der an Nummer zwei gesetzte Deutsche nicht zu weit vorausblicken. Auch wenn Carlos Alcaraz verletzt fehlt und Zverev damit hinter Titelverteidiger Jannik Sinner zu den Topgesetzten gehört, sieht er die Lage in London anders als zuletzt in Paris.

„In Paris weiß ich, dass ich einer der Favoriten bin“, sagte Zverev. „Ich kann hier nicht dasselbe sagen. Aber wenn ich gut spiele und wenn ich so performe wie heute, dann kann ich meine Matches gewinnen. Dann kann ich auch gegen jeden gewinnen, das weiß ich.“

Als Grund nannte Zverev auch seine bisherigen Wimbledon-Erfahrungen: Im All England Club habe er in der Vergangenheit nicht regelmäßig gegen Top-Ten-Spieler verloren, sondern oft gegen deutlich tiefer platzierte Gegner.

Royer nur phasenweise gefährlich

Ein echter Gradmesser für die entscheidenden Turnierphasen war Royer allerdings nur bedingt. Über weite Strecken kontrollierte Zverev die Partie klar. Nur im dritten Satz leistete sich der Weltranglisten-Dritte eine kurze Konzentrationsschwäche bei eigenem Aufschlag. Aus einer 4:2-Führung wurde ein 4:5, ehe er sich rechtzeitig fing und den Satz noch im Tiebreak gewann.

„Ich bin froh, dass ich nicht noch einen Satz spielen musste“, sagte Zverev. „Ich bin noch nicht alt, aber ich bin in einem Alter, wo man Energie sparen muss.“

Der Weltranglisten-75. Royer konnte Zverev damit kaum ernsthaft gefährden. Zwar hatte der Franzose bei den French Open sogar Novak Djokovic einen Satz abgenommen, auf Court 1 in Wimbledon reichte es diesmal aber nur phasenweise zu Widerstand.

Starker Beginn mit neun Spielen in Folge

Zverev war von Beginn an hellwach. Zwar verlor er das erste Spiel der Begegnung und geriet mit 0:1 in Rückstand, danach übernahm er aber komplett das Kommando. Der Australian-Open-Finalist von 2025 gewann anschließend neun Spiele in Serie und setzte damit früh ein deutliches Zeichen.

Im ersten Satz nahm er Royer gleich dreimal den Aufschlag ab. Auch im zweiten Durchgang blieb der Deutsche druckvoll und präzise, holte das frühe Break zum 2:0 und zog auf 6:1, 3:0 davon. Royer fand gegen das Tempo und die Genauigkeit des Olympiasiegers von 2021 lange kein Mittel. Erst Mitte des dritten Satzes unterliefen Zverev einige leichtere Fehler.

Zum Vergleich: In der ersten Runde hatte Zverev gegen den Belgier Alexander Blockx noch einen Satz abgegeben und drei Tiebreaks spielen müssen. Gegen Royer lief es diesmal deutlich souveräner.

Struff setzt sich nach Marathon durch

Zuvor hatte Jan-Lennard Struff mit einer nervenstarken Leistung ebenfalls die dritte Runde erreicht. Der Warsteiner bezwang den favorisierten Amerikaner Brandon Nakashima nach einer am Vortag unterbrochenen Partie in einem hochdramatischen Fünfsatz-Match mit 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7).

Das Duell war beim Stand von 2:2 nach Sätzen am Mittag fortgesetzt worden. In einem außergewöhnlichen Aufschlagmatch halfen Struff insgesamt 45 Asse zum Erfolg. Auch von 41 Assen seines Gegners ließ sich der deutsche Davis-Cup-Spieler nicht aus dem Konzept bringen.

Mit dem Sieg stellte Struff sein bisher bestes Wimbledon-Ergebnis ein und will dieses nun ausbauen. Gegen Medwedew kann er erstmals in London ins Achtelfinale einziehen. Die Partie ist für Freitag als zweites Match nach 12.00 Uhr angesetzt und wird bei Prime Video gezeigt.

„Es ist ein Grand Slam, es ist Wimbledon, es ist schön, ja klar, da ist man top motiviert“, sagte Struff.

Nach dem Zweitrunden-Aus von Yannick Hanfmann gegen Karen Chatschanow sind Zverev und Struff die letzten beiden deutschen Spieler im Einzel-Wettbewerb.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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