Bayern

Darum trifft der Pius-Streit jetzt auch Regensburg

Verbot ignoriert, Bischöfe geweiht: Jetzt greift der Vatikan hart durch – und Regensburg warnt plötzlich seine Gläubigen.

02.07.2026, 17:52 Uhr

Der Konflikt zwischen dem Vatikan und der erzkonservativen Piusbruderschaft wirkt sich nun auch auf das Bistum Regensburg aus. Nachdem die Gemeinschaft entgegen eines ausdrücklichen Verbots von Papst Leo XIV. Bischofsweihen vorgenommen hatte, verhängte der Vatikan die Exkommunikation gegen die daran beteiligten Männer.

Besonders relevant ist das für die Oberpfalz: In Zaitzkofen, einem Ortsteil von Schierling im Gebiet des Bistums Regensburg, unterhält die Piusbruderschaft ein Priesterseminar. Die Diözese hat Gläubige deshalb eindringlich davor gewarnt, dort Gottesdienste zu besuchen oder Sakramente zu empfangen.

Nach Angaben des Bistums haben Beichte und weitere Sakramentenspendungen durch Priester der Bruderschaft St. Pius X. infolge der vatikanischen Entscheidung keine Gültigkeit mehr. In einer Mitteilung hieß es, man rate den Gläubigen aus seelsorglichen Gründen dringend davon ab, zur Feier der Heiligen Messe nach Zaitzkofen zu fahren.

Stattdessen verweist die Diözese auf Angebote von Priestern und Gemeinschaften, die in voller Einheit mit der katholischen Kirche stehen. Genannt wird dabei unter anderem die Priesterbruderschaft St. Petrus.

Alternative Messen im alten Ritus

Auch die Petrusbruderschaft zelebriert die Liturgie im alten Ritus, der offiziell als außerordentliche Form des römischen Ritus bezeichnet wird. Darüber hinaus bestehen laut Bistum in weiteren Kirchen der Diözese Möglichkeiten, Messen in dieser Form mitzufeiern.

Der Vatikan hatte der traditionalistischen Piusbruderschaft ausdrücklich untersagt, neue Bischöfe zu weihen. Dennoch setzten sich die Verantwortlichen der Gemeinschaft am Mittwoch in der Schweiz über dieses Verbot hinweg. Anschließend bestätigte der Heilige Stuhl die Exkommunikation der sechs unmittelbar Beteiligten und erklärte, dass die Gemeinschaft damit formell mit der Kirche gebrochen habe.

In dem entsprechenden Dekret heißt es zudem, alle Kleriker der Bruderschaft befänden sich nach den Weihen im Schisma und seien daher als Schismatiker anzusehen. Damit greife auch für sie die im Kirchenrecht vorgesehene Exkommunikation. Zugleich warnte die vatikanische Glaubensbehörde jene Gläubigen, die sich dieser abgespaltenen Gruppe anschließen.

Die Piusbruderschaft lehnt zentrale Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils ab und gilt als streng konservativ sowie stark hierarchisch geprägt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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