Deutsche Wildtier Stiftung startet erneut Herbstzählung von Igeln und Maulwürfen
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an einer bundesweiten Erfassung von Igeln und Maulwürfen zu beteiligen. Wie die Stiftung in Hamburg mitteilte, eignet sich der Herbst besonders gut, um Hinweise auf die Verbreitung beider Arten zu sammeln. In diesem Jahr findet die Herbstaktion bereits zum vierten Mal statt. Das als Citizen-Science-Projekt angelegte Vorhaben ist auf mindestens zehn Jahre ausgelegt.
Nach Einschätzung der Stiftung gehen die Bestände von Igeln und Maulwürfen zurück. Zwar seien die vorhandenen Daten dazu noch nicht belastbar, dennoch spreche vieles für eine Abnahme, sagte eine Sprecherin. Zugleich solle die Aktion mehr Aufmerksamkeit für die Tiere schaffen und dazu beitragen, dass Menschen bewusster mit ihnen umgehen.
In den vergangenen Jahren hatten bereits Tausende Naturfreunde mitgemacht. Sie meldeten unter anderem Igelbeobachtungen auf Spaziergängen oder dokumentierten Maulwurfshügel im Garten und auf Wiesen. Die diesjährige Zählung läuft vom 18. bis 28. September.
Igel bereiten sich auf den Winterschlaf vor
In der Herbstzeit sind Igel verstärkt oberirdisch unterwegs. Sie suchen nach Insekten und legen Fettreserven an, die sie für den Winterschlaf benötigen. Maulwürfe dagegen bleiben unter der Erde aktiv. Da sie keinen Winterschlaf halten, müssen sie auch im Winter Nahrung finden. Nach Angaben der Stiftung legen sie dafür Vorräte an, vor allem Regenwürmer. Diese machen sie mit einem gezielten Biss in den Kopf bewegungsunfähig, sodass die Würmer lebendig bleiben, aber nicht mehr entkommen können.
Artenschützerin Lea-Carina Hinrichs betonte, jede einzelne Meldung liefere wichtige Informationen, die Forschende allein in dieser Fläche kaum erfassen könnten. Teilnehmen können Einzelpersonen ebenso wie Familien, Spaziergänger, Gartenbesitzer oder ganze Schulklassen.
Meldungen online eintragen
Beobachtungen von Igeln und Maulwürfen können auf der Plattform „Igelsuche.de“ eingetragen werden. Dort werden Fundort, Datum sowie auf Wunsch auch Fotos und weitere Hinweise erfasst. In Bayern werden Sichtungen über die Seite „igel-in-bayern.de“ gesammelt.
An dem Projekt „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ beteiligen sich neben der Deutschen Wildtier Stiftung auch der Naturschutzbund Deutschland, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung sowie die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber