Die Windbranche rechnet laut einer Umfrage der Gewerkschaft mit deutlich schwächeren Aufträgen. Während im vergangenen Jahr noch fast 60 Prozent der befragten Betriebsräte von einer positiven Entwicklung ausgingen, erwarten für 2026 weniger als 20 Prozent steigende Bestellungen. Darauf wies die IG Metall Küste hin, die für Norddeutschland zuständig ist.
Auch bei der Auslastung der Betriebe sehen die Gewerkschafter einen Rückgang in den kommenden zwei Jahren. Aktuell ist die Lage in den Unternehmen der Erhebung zufolge allerdings noch gut: Die Auslastung liegt bei 95 Prozent und damit vier Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
An der Untersuchung von WMP Consult beteiligten sich Betriebsräte aus 34 Unternehmen der Onshore- und Offshore-Windindustrie. Nach Angaben der IG Metall sind dort insgesamt rund 27.700 Menschen beschäftigt.
Kritik an geplanter Energiereform
Die IG Metall macht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für den Stimmungsumschwung mitverantwortlich. Bezirksleiter Daniel Friedrich warnte, nach der sogenannten Altmaier-Delle könne nun ein neuer Einbruch folgen. Die Ergebnisse seien ein deutliches Signal an die Bundesregierung, da sinkende Aufträge und Arbeitsplatzverluste drohten.
Ende Juli hatte das Bundeskabinett eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie das sogenannte Netzanschlusspaket beschlossen. Ziel der Vorhaben ist es, die staatliche Förderung zu verringern und dadurch die Stromkosten zu senken. Umstritten ist vor allem, dass Entschädigungen teilweise wegfallen sollen, wenn Strom aus Windparks wegen fehlender Netzkapazitäten nicht aufgenommen werden kann.

Auch aus der Branche selbst kommt Kritik: Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, warnte vor einem Rückschritt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber