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Unglaublich: Nasa will verlorene Satelliten retten

20 Jahre im All, jetzt droht der Absturz: Kann eine riskante Nasa-Rettungsmission den wichtigen Satelliten noch retten?

26.06.2026, 09:15 Uhr

Nasa plant kurzfristige Rettungsaktion für Forschungssatelliten „Swift"

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mit einer ungewöhnlich kurzfristig organisierten Mission den Forschungssatelliten „Swift“ vor dem Absturz bewahren. Geplant ist, dass am Samstag, 27. Juni, von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik aus ein spezielles Schlepp-Raumschiff startet. Dafür sollen ein „Stargazer“-Trägerflugzeug und eine „Pegasus“-Rakete eingesetzt werden. Die Nasa wies jedoch darauf hin, dass sich der Start auch noch kurzfristig verschieben könnte.

Der Satellit „Swift“ war bereits 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All gebracht worden. Das Observatorium, das mit drei Teleskopen ausgestattet ist, erforscht seitdem vor allem Gammastrahlenausbrüche – extrem energiereiche Explosionen im Universum. Zu Ehren des 2017 verstorbenen Chefwissenschaftlers trägt es auch den Namen „Neil Gehrels Swift Observatory“.

Wichtiger Baustein der Nasa-Forschung

Nach Angaben der Nasa hat sich die Mission als so wertvoll erwiesen, dass das Observatorium heute eine Schlüsselrolle bei der Beobachtung kurzlebiger und unvorhersehbarer Himmelsereignisse spielt. Deshalb wurde die ursprünglich nur auf etwa zwei Jahre ausgelegte Mission immer wieder verlängert. An dem Projekt sind neben den USA auch Italien und Großbritannien beteiligt. Technisch befindet sich „Swift“ laut Nasa grundsätzlich weiterhin in einem guten Zustand.

Dennoch geriet der Satellit zuletzt in Gefahr: starke geomagnetische Stürme, ausgelöst durch Aktivität auf der Sonne, haben seine Umlaufbahn beeinträchtigt. Fachleute rechnen deshalb damit, dass „Swift“ gegen Ende des Sommers abstürzen könnte, falls nichts unternommen wird.

Nasa-Manager Shawn Domagal-Goldman betonte, dass ein kontrolliertes Ende der Umlaufbahn bei vielen Raumfahrzeugen zwar akzeptabel wäre, „Swift“ aber wegen seiner besonderen wissenschaftlichen Fähigkeiten eine Ausnahme darstelle. Gerade deshalb habe man sich entschlossen, den Satelliten zu retten.

Rettungsraumschiff in nur neun Monaten entwickelt

Im September beauftragte die Nasa das US-Unternehmen Katalyst Space mit der Rettungsmission. Das Budget liegt bei rund 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro). Die Firma entwickelte in nur etwa neun Monaten das ungefähr 400 Kilogramm schwere Raumschiff „Link“.

„Link“ verfügt über drei Roboterarme, drei Haupttriebwerke sowie weitere technische Systeme. Nach dem Start soll das Fahrzeug zunächst mehrere Tests im All absolvieren, sich anschließend dem „Swift“-Observatorium nähern und es dann über mehrere Monate hinweg wieder in seine ursprüngliche Umlaufbahn anheben.

Wenn die Mission erfolgreich verläuft, könnte der derzeit im Energiesparmodus befindliche Satellit schon ab Herbst erneut wissenschaftliche Daten liefern – nach Einschätzung von Forschern möglicherweise sogar noch fünf Jahre oder länger. Das Rettungsraumschiff „Link“ selbst soll nach Abschluss seines Einsatzes wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen.

Erfolg ist keineswegs sicher

Trotz der ambitionierten Pläne gibt es keine Garantie für ein Gelingen. Kieran Wilson von Katalyst Space bezeichnete die Mission als anspruchsvoll und riskant. Selbst Raumfahrzeuge, an denen deutlich länger gearbeitet und in die erheblich mehr Geld investiert worden sei, seien mitunter an vergleichsweise einfachen Problemen gescheitert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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