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Unglaublich: David Attenborough wird 100

Kaum zu glauben: Diese legendäre Stimme verblüfft selbst mit fast 100 noch Millionen – und zeigt die größten Wunder der Natur.

08.05.2026, 06:30 Uhr

David Attenborough wird 100: Das Gesicht der Naturdokumentation

Die Leidenschaft begann früh: Als Kind stieß David Attenborough auf das Fossil eines urzeitlichen Meerestiers – ein Fund, der seine Begeisterung für die Natur dauerhaft entfachte. Heute gilt der Brite selbst als Institution des Fernsehens. Zu seinem 100. Geburtstag blickt er auf eine außergewöhnliche Laufbahn als Naturforscher, Erzähler und Dokumentarfilmer zurück.

Eine Stimme, die jeder kennt

Der in Leicester aufgewachsene Sohn eines Universitätsrektors schaffte etwas, das kaum jemandem sonst gelang: Er brachte Millionen Menschen die Tierwelt in ihrer natürlichen Umgebung nahe – mit spektakulären Bildern und einer unverwechselbar ruhigen Erzählweise.

In Großbritannien ist seine Stimme derart bekannt, dass sie längst Teil der Popkultur geworden ist. Immer wieder wird sie in Memes oder Comedy-Sketchen imitiert, etwa um Politiker wie seltene Tiere in einer Naturdokumentation erscheinen zu lassen. Kommentare im Stil von „Hier sehen wir ein seltenes Exemplar …“ oder „Zum ersten Mal wurde das Balzverhalten von … beobachtet“ versteht dort praktisch jedes Kind sofort.

Verbunden mit den Royals

Attenborough wuchs nicht nur mit seinen beiden Brüdern auf, sondern auch mit zwei jüdischen Mädchen, die vor dem NS-Regime aus Deutschland geflohen waren und von seinen Eltern aufgenommen wurden.

Sein älterer Bruder Richard Attenborough, der bereits 2014 starb, wurde später als Schauspieler und Regisseur weltbekannt. Vielen blieb er vor allem als John Hammond, der Parkgründer in Jurassic Park, in Erinnerung.

Royals bei der Schiffstaufe
Prinz William baute im Laufe der Zeit eine enge Beziehung zu Attenborough auf. (Archivbild) Quelle: Peter Byrne/PA Wire/dpa

Mit dem britischen Königshaus verband David Attenborough mehr als nur der Umstand, dass er im selben Jahr geboren wurde wie die 2022 verstorbene Queen Elizabeth II. Beide Seiten teilten auch ein starkes Interesse am Naturschutz. Besonders eng wurde sein Verhältnis zu Prinz William, der ihn für sein Umweltprojekt Earthshot gewinnen konnte – eine internationale Initiative für innovative Lösungen im Klima- und Umweltschutz.

An Ehrungen mangelte es Attenborough nie: Queen Elizabeth schlug ihn sogar zweimal zum Ritter. Zudem tragen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten seinen Namen.

Kuriose Episode aus seinem Leben

Zu den ungewöhnlichsten Geschichten aus Attenboroughs Biografie zählt ein Fund in seinem Londoner Garten. Dort wurde bei Bauarbeiten im Jahr 2010 der Schädel einer Frau entdeckt, die bereits 1879 ermordet worden war.

Der Fall, bekannt als das „Barnes Mystery“, zählt zu den spektakulärsten Verbrechen des viktorianischen Londons. Das Opfer, Julia Martha Thomas, war damals von ihrer Haushälterin Kate Webster getötet worden. Der Schädel galt lange als verschollen – bis er mehr als ein Jahrhundert später auf Attenboroughs Grundstück auftauchte.

Seine Filme veränderten das Genre

Bereits in den frühen 1950er-Jahren begann Attenborough seine Fernsehkarriere. Den entscheidenden Durchbruch als Naturfilmer schaffte er jedoch erst Ende der 1970er mit der Erfolgsreihe Life on Earth. Die Serie setzte neue Maßstäbe – sowohl bei der wissenschaftlichen Vorbereitung als auch bei der Qualität der Aufnahmen.

Attenborough machte immer wieder deutlich, wie eng das Leben des Menschen mit der Natur verbunden ist. Einmal formulierte er es so, dass wir für jeden Bissen Nahrung und jeden Atemzug von ihr abhängen. Genau dieses Bewusstsein wollte er seinem Publikum mit jedem seiner Filme vermitteln.

Gemeinsam mit der Naturfilmredaktion der BBC trieb er dafür auch die technische Entwicklung voran. Zum Einsatz kamen immer modernere Kameras, 3D-Technik und später auch Drohnen. Für Planet Earth II, eine Koproduktion von BBC und ZDF, wurde unter anderem mit 4K- und Hochgeschwindigkeitskameras gearbeitet – Technik, wie man sie sonst vor allem aus großen Kinoproduktionen kennt.

Ein kleiner Makel ohne große Folgen

Ganz ohne Kritik blieb seine Karriere dennoch nicht. 2011 berichtete die Zeitung Mirror, dass eine besonders emotionale Szene mit einer Eisbärin und ihren Jungen aus der Reihe Eisige Welten nicht in freier Wildbahn, sondern in einem Zoo gedreht worden war.

Attenborough verteidigte damals die Entscheidung, das dem Publikum nicht offen mitzuteilen. Würde man solche Details sofort erklären, so seine Begründung, könne das die Wirkung und die Atmosphäre einer Szene zerstören. Seiner Beliebtheit schadete der Vorfall kaum. Die BBC begann danach jedoch, den Zuschauern häufiger Einblicke in die Entstehung ihrer Naturfilme zu geben.

BBC würdigt ihr Fernseh-Urgestein

Heute ist auch diese Debatte weitgehend verblasst. Zum 100. Geburtstag feiert die BBC Attenborough mit einer Reihe alter und neuer Produktionen. In Secret Garden widmet er sich etwa der Tierwelt britischer Gärten. Mit der in der Royal Albert Hall aufgezeichneten Sendung David Attenborough’s 100 Years on Planet Earth bekommt die Nation zudem die Gelegenheit, ihren wohl beliebtesten Naturforscher gebührend zu feiern – ganz so, wie man ihn am besten kennt: vom Sofa aus vor dem Fernseher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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