UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan gestartet
In Eriwan hat die 17. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (COP17) begonnen. Vertreter von fast 200 Vertragsstaaten kommen dort bis zum 30. Oktober zu zweiwöchigen Beratungen zusammen. Im Mittelpunkt steht vor allem eine Zwischenbewertung der bisherigen Fortschritte.
Die Staaten hatten sich vor vier Jahren auf 23 Vorhaben geeinigt, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Dazu gehört unter anderem das Ziel, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen. Zur Halbzeit fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus: Ein vorab veröffentlichter Bericht zur Konferenz macht deutlich, dass die Umsetzung stockt. Vieles gehe zu langsam voran und reiche nicht aus. Auch Umweltorganisationen äußern diese Kritik. Als zentrales Problem gilt die unzureichende Finanzierung.
UN-Generalsekretär António Guterres hatte im Vorfeld von einer „Lücke zwischen Anspruch und Handeln“ gesprochen. Zudem betonte er, der „Krieg gegen die Natur“ sei noch immer nicht beendet.
Die deutsche Delegation wird von Bundesumweltminister Carsten Schneider geführt, der in der zweiten Konferenzwoche nach Eriwan reisen will. Er sprach von einem durchwachsenen Gesamtbild, verwies aber auch auf erreichte Fortschritte. Zugleich machte er deutlich, dass die bisherigen Ergebnisse noch längst nicht ausreichten. Die Konferenz müsse deshalb das Bewusstsein für den weltweiten Natur- und Artenschutz weiter schärfen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber