Steinmeier hebt bei Nobelpreisträgertagung die Bedeutung freier Forschung hervor
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung in Lindau die zentrale Rolle unabhängiger Wissenschaft für demokratische Gesellschaften betont. Nach dem vorab veröffentlichten Redemanuskript erklärte er, Demokratie sei auf freie Wissenschaft angewiesen. Zu dem Treffen am Bodensee werden rund 70 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger sowie zahlreiche junge Forschende aus aller Welt erwartet.
Steinmeier warnte zugleich davor, dass Freiheit selbst in westlichen liberalen Demokratien nicht mehr überall selbstverständlich sei. Das gelte sowohl innerhalb als auch außerhalb von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Als Beispiel verwies er auf Entwicklungen in den USA. Aber auch in Deutschland beobachte er Tendenzen, die Anlass zur Sorge gäben.
Der Bundespräsident sagte weiter, dass auch hierzulande Distanz zur Demokratie und zur Wissenschaft, teils sogar offene Ablehnung, zunehme. Er würdigte deshalb ausdrücklich jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich entschlossen gegen Verschwörungserzählungen und Desinformation stellten und die Freiheit der Forschung verteidigten.
Seit 75 Jahren ist Lindau während der Nobelpreisträgertagung ein internationaler Treffpunkt für herausragende Köpfe aus der Wissenschaft. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „bilden, inspirieren, vernetzen“. Parallel dazu kommen am Montag die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder auf einem Konferenzschiff im Lindauer Hafen zusammen. Auf der Agenda steht unter anderem das geplante Innovationsfreiheitsgesetz.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber