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Jugend forscht: KI jagt Betrug, knackt Sanduhren

Was hinter Sanduhren, Peptiden und Vakuumpinzetten steckt? Junge Genies verblüffen mit Ideen – und holen Top-Preise.

31.05.2026, 13:46 Uhr

Bundesfinale von „Jugend forscht“: Deutschlands beste MINT-Nachwuchstalente ausgezeichnet

Beim 61. Bundesfinale von „Jugend forscht“ in Herzogenaurach sind die besten jungen MINT-Talente Deutschlands geehrt worden. Die Siegerehrung fand bei Schaeffler statt. Zu den Gratulanten gehörte auch Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Außerdem nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an der Veranstaltung teil.

Für das diesjährige Bundesfinale hatten sich insgesamt 159 Nachwuchsforschende mit 116 Projekten qualifiziert.

Preis des Bundespräsidenten für Forschung zu spiegelbildlichen Molekülen

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten Viyona Singh (14) und Aarav Singh (14) von der German International School of Silicon Valley im US-amerikanischen Mountain View.

In ihrem Biologie-Projekt befassten sie sich mit Proteinen in spiegelbildlicher Struktur. Obwohl diese aus denselben Bausteinen bestehen, können sie sich biologisch unterschiedlich verhalten. KI-gestützte Programme haben bislang Schwierigkeiten, solche spiegelverkehrten Moleküle zuverlässig zu erkennen – ein Problem, das auch für die medizinische Forschung relevant ist. Die beiden Jugendlichen kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Strukturvorhersage deutlich verbessern lässt, wenn KI mit physikbasierten Modellen kombiniert wird.

Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit

Der Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ging an den 18-jährigen Tim Kammel aus Nordrhein-Westfalen. Unter dem Titel „Wie tickt eine Sanduhr?“ analysierte er die physikalischen Grundlagen von Sanduhren.

Dabei untersuchte er unter anderem, wie sich die Größe der Öffnung, die Form des Trichters und die Menge des Sandes auf das Strömungsverhalten auswirken. Seine Ergebnisse zeigen, dass bereits kleinste geometrische Veränderungen die Laufzeit einer Sanduhr deutlich beeinflussen können. Außerdem wies er nach, dass die Fließgeschwindigkeit des Sandes weitgehend konstant bleibt – unabhängig vom Füllstand.

Weitere Spitzenpreise für interdisziplinäre und innovative Projekte

Den Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit erhielt Julian Scharnowski (20) aus Baden-Württemberg. Er entwickelte eine kostengünstige Vakuumpinzette, mit der sich winzige Elektronikbauteile präzise auf Platinen platzieren lassen.

Der Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit ging an Vincent Nack (19) aus Bayern. Er konzipierte ein KI-gestütztes System zum Schutz vor Telefonbetrug. Dabei werden umgewandelte Gesprächsinhalte analysiert und verdächtige Täuschungsmuster in Echtzeit erkannt.

Weitere Bundessiege in mehreren Fachgebieten

Auch in anderen Disziplinen wurden Bundessiege vergeben, darunter in Chemie, Mathematik/Informatik, Technik, Arbeitswelt sowie Geo- und Raumwissenschaften. Die Themen reichten unter anderem von Diabetesmedikamenten und Metalllegierungen über die Simulation von Satellitenbahnen bis hin zu einem Modell zur Erklärung der Entstehung der ersten Sterne.

Den Sonderpreis „Jugend forscht Schule 2026“ erhielt das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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