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Darum macht fast jeder Zweite Mittagsschlaf

Powernap macht fit – und fast jeder Zweite in Deutschland nutzt ihn. Doch wer mittags zu lange schläft, riskiert mehr als Müdigkeit.

06.11.2026, 06:00 Uhr

Umfrage: Viele Erwachsene in Deutschland machen regelmäßig Mittagsschlaf

In Deutschland legt laut einer repräsentativen Erhebung fast jeder zweite Erwachsene mindestens einmal pro Woche eine Mittagsruhe ein. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, ist am häufigsten ein Schläfchen an ein bis zwei Tagen pro Woche. Danach folgt die Gruppe, die sich täglich einen Powernap gönnt. Nicht untersucht wurde, ob Menschen häufiger mittags schlafen würden, dies aber beispielsweise wegen ihrer Arbeit nicht umsetzen können.

An der Befragung nahmen rund 8.000 Menschen teil. Etwa 45 Prozent erklärten, sie hätten sich in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal wöchentlich mittags hingelegt oder eine Ruhepause ohne aktive Beschäftigung gemacht. Bei Frauen lag der Anteil mit 47 Prozent etwas höher als bei Männern mit 44 Prozent.

Besonders verbreitet ist der tägliche Mittagsschlaf den Angaben zufolge bei Menschen ab 65 Jahren sowie bei Personen mit niedrigerem formalen Bildungsabschluss.

Kurze Nickerchen gelten als hilfreich

Nach Einschätzung des RKI kann ein Mittagsschlaf von weniger als 60 Minuten positive Effekte haben. Wer kurz schläft, fühlt sich danach oft wacher und leistungsfähiger.

Allerdings schläft etwa ein Viertel der Erwachsenen, die mindestens einmal pro Woche mittags ruhen, 60 Minuten oder länger. Ein derart langer Mittagsschlaf steht laut RKI statistisch mit einem höheren Risiko für Stoffwechselprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen in Zusammenhang.

Das Institut betont jedoch, dass daraus keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung abgeleitet werden kann. Die Daten zeigen also nicht, dass ein langer Mittagsschlaf diese Krankheiten auslöst. Ebenso denkbar ist, dass Menschen mit Vorerkrankungen generell ein größeres Schlafbedürfnis haben.

Auffällig ist zudem, dass Frauen unter 45 Jahren im Vergleich zu älteren Altersgruppen häufiger mindestens einmal pro Woche länger mittags schlafen. Als mögliche Erklärung nennt das RKI die stärkere Belastung durch Care-Arbeit, die zu weniger Nachtschlaf führen könnte.

So lange schlafen Erwachsene nachts

Auch die nächtliche Schlafdauer wurde in der Untersuchung erfasst. Demnach schlafen Erwachsene in Deutschland im Durchschnitt 7 Stunden und 26 Minuten pro Nacht.

Unter der Woche liegt die durchschnittliche Schlafdauer bei 7 Stunden und 15 Minuten. Am Wochenende steigt sie auf 7 Stunden und 53 Minuten. Besonders deutlich ist der Unterschied bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren: Sie schlafen am Wochenende im Mittel 8 Stunden und 23 Minuten, an Werktagen dagegen nur 7 Stunden und 20 Minuten.

Viele Schlafmediziner empfehlen Erwachsenen sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Für Menschen ab 65 Jahren gelten sieben bis acht Stunden als sinnvoll. Zugleich weisen Fachleute darauf hin, dass der individuelle Schlafbedarf sehr unterschiedlich sein kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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