Wirtschaft

Wie Chinas Industrie die Konkurrenz mit Geld abhängt

Milliarden für Solar, Stahl, Chips: OECD schlägt Alarm – wie Staaten weltweit den Wettbewerb verzerren.

01.06.2026, 15:03 Uhr

OECD: Chinesische Industriefirmen profitieren deutlich stärker von Staatshilfen

Chinesische Industrieunternehmen sind nach Einschätzung der OECD seit Jahren wesentlich großzügiger vom Staat unterstützt worden als ihre internationalen Konkurrenten. Im Zeitraum von 2005 bis 2024 erhielten Firmen aus China gemessen an ihrem Umsatz durchschnittlich drei- bis achtmal so hohe Subventionen wie Unternehmen aus OECD-Staaten. Zu dieser Staatengruppe zählen große Teile Europas sowie unter anderem die USA und Japan.

Die OECD betont in ihrem Bericht, dass es sich bei den Angaben zu China eher um vorsichtige Schätzungen handelt. Der tatsächliche Abstand könnte demnach sogar noch größer ausfallen. Auch gegenüber wichtigen Schwellenländern wie Brasilien, Indien und Indonesien liege das Fördervolumen für chinesische Unternehmen klar höher. Kritiker werfen China seit längerem vor, mit massiver staatlicher Unterstützung und erheblichen Überkapazitäten den Wettbewerb auf den Weltmärkten zu verzerren.

Nach Angaben der OECD gehen rund 60 Prozent der weltweiten Marktanteilsgewinne chinesischer Unternehmen im untersuchten Zeitraum auf diese Fördermaßnahmen zurück.

Weltweite Industriesubventionen auf Höchststand

Nicht nur in China, sondern weltweit haben Industriesubventionen zuletzt neue Rekordwerte erreicht. Nach dem Höchststand im Jahr 2023 summierten sich die Hilfen in 15 wichtigen Industriezweigen im Jahr 2024 auf 108 Milliarden US-Dollar. Das entsprach laut OECD 1,3 Prozent der Umsatzerlöse der betroffenen Unternehmen.

Besonders stark gefördert werden demnach Anlagen für erneuerbare Energien, die Halbleiterbranche sowie Schwerindustrien. Im Verhältnis zum Umsatz profitieren vor allem Hersteller von Photovoltaikmodulen, Halbleitern, Aluminium und Stahl sowie der Schiffbau von staatlicher Unterstützung.

OECD-Generalsekretär Mathias Cormann warnte, umfangreiche und dauerhaft gewährte Industriesubventionen könnten internationale Märkte verzerren, unfaire Wettbewerbsvorteile schaffen und auf der Angebotsseite Überkapazitäten verstärken.

Für ihre Auswertung stützt sich die OECD auf eine Datenbank mit den 525 größten Industrieunternehmen weltweit. Erfasst werden darin unter anderem direkte Zuschüsse, steuerliche Erleichterungen und verbilligte Kredite.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen