Wirtschaft

Warum der Rhein Sprit jetzt verteuert

Warum Tanken im Westen plötzlich deutlich teurer wird – und was das überraschend mit dem Rhein zu tun hat

11.08.2026, 07:43 Uhr

Niedrigwasser am Rhein treibt regional die Spritpreise nach oben

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein sorgt nach Einschätzung des ADAC für steigende Kraftstoffpreise. ADAC-Experte Christian Laberer erklärte, die derzeitige Lage am Fluss wirke sich verteuernd aus. Allerdings sei dies nur einer von mehreren Faktoren, die aktuell die Preise an den Tankstellen beeinflussen.

Der Rhein ist ein wichtiger Transportweg für Öl, Benzin und Diesel. Normalerweise ist der Transport mit großen Tankschiffen deutlich günstiger als per Lastwagen. Wegen des niedrigen Wasserstands steigen nun laut Laberer die Kosten für den Transport von Kraftstoffen und bestimmten Vorprodukten teils spürbar. Die Versorgung bleibe nach Angaben der Branche dennoch gesichert.

Zugleich betonte der Experte, dass Deutschland nicht allein über den Rhein mit Kraftstoffen versorgt werde. Neben dem Fluss spielten auch Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie Schienen- und Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Deshalb dürften sich die Folgen des Niedrigwassers vor allem regional in höheren Spritpreisen zeigen.

Benzinpreise besonders hoch in NRW und Hessen

Diese Einschätzung passt zu den Daten des Spritpreisportals „Tankerkönig“. Demnach waren am Dienstagmorgen Nordrhein-Westfalen und Hessen die teuersten Bundesländer beim Benzinpreis. Dahinter folgten Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Beim Diesel lagen NRW und Hessen auf dem zweiten Platz. Auch auf Ebene der Landkreise zeigt sich ein klares Bild: Vor allem in der westlichen Hälfte Deutschlands sind die Preise höher, insbesondere bei Benzin. In Bayern, vor allem im Süden des Bundeslands, ist Tanken dagegen am günstigsten.

Die Preisunterschiede belaufen sich auf mehrere Cent pro Liter. Beim Benzin beträgt der Abstand zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Hessen etwa sieben Cent, beim Diesel rund acht Cent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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